Hypo-U-Ausschuss - Berlin derzeit nicht mit Heta befreundet

Wien/Klagenfurt (APA) - Gleich in seiner Erstbefragung hat der frühere Hypo-Investor und -Chef Tilo Berlin festgehalten, dass er alles, was ...

Wien/Klagenfurt (APA) - Gleich in seiner Erstbefragung hat der frühere Hypo-Investor und -Chef Tilo Berlin festgehalten, dass er alles, was er zu Protokoll gebe, unter den „Erinnerungsvorbehalt“ stelle - dies mit Blick auf frühere U-Ausschuss-Aussagen und wohl auch Vernehmungsprotokolle. Er habe von der Hypo-“Bad-Bank“ Heta auch „viele Klagen am Hals“. „Freunde sind das leider nicht zur Zeit“, so Berlin Richtung Heta.

Von Verfahrensrichter Walter Pilgermair zu den Kontakten zur Aufsicht befragt, die Tilo Berlin nach seinem Einstieg mit seiner Berlin & Co S.a.r.l. und seiner Tätigkeit als Hypo-Chef hatte, meinte Berlin, dass man sich einmal vorgestellt habe, nach dem Anteilserwerb. Einmal sei er in recht rauem Ton von FMA-Vorstand Heinrich Traumüller am Telefon wegen „unserer Investorenliste“ angerufen worden, weil sich in der Liste einige Veränderungen ergeben hätten.

Nach dem Einstieg der BayernLB, eingefädelt von Berlin & Co, sei Berlin mit BayernLB-Chef Schmidt unverzüglich zu FMA und Nationalbank um sich vorzustellen. Der Einstieg der Bayern sei jedenfalls positiv aufgenommen worden, sagte Berlin heute. „Nicht mitgegeben wurden die zahlreichen Bedenken, die im Ausschuss hier genannt wurden - etwa von dem Sportflugzeug im Nebel“, sagte Berlin. Angesprochen auf kritische Aufsichtsberichte zur Hypo Alpe Adria meinte Berlin, dass es bei jeder Bank kritische Berichte gebe.

Mit dem früheren Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider habe er nur einzelne Kontakte gehabt, die mit seiner Arbeit als Banker und später als Vermögensberater zu tun gehabt hätten. Er sei ja nur „Gast“ gewesen in Österreich, so Berlin.

Der Kaufpreis der Bayern Mitte 2007 sei einer gewesen, den die Berlin & Co gerade noch als attraktiv gewertet habe. Die Münchner bezahlten für 50 Prozent und eine Aktie an der Kärntner Hypo-Bank 1,625 Mrd. Euro. Berlin bewertete die ganze Hypo mit 3,5 bis 4 Mrd. Euro. Auch innerhalb der Berlin & Co hätten unterschiedliche Meinungen zum Verkauf geherrscht. Jener Mehrbetrag, den Bayern im Vergleich zu Berlin beim Einstieg bezahlte, sei eine Mehrprämie für den Erwerb der Mehrheit an der Hypo gewesen. Mit dem mehrheitlichen Einstieg sei auch klar gewesen, dass die Bayern die wirtschaftliche Führung in der Hypo übernehmen, so Berlin.


Kommentieren