VW-Dieselskandal - US-Chef von VW muss im Kongress aussagen

Washington/Wolfsburg (APA/Reuters/AFP) - Der Kongress in Washington läutet mit einer Anhörung des VW -USA-Chefs Michael Horn formell seine U...

Washington/Wolfsburg (APA/Reuters/AFP) - Der Kongress in Washington läutet mit einer Anhörung des VW -USA-Chefs Michael Horn formell seine Untersuchung des Abgasskandals bei dem deutschen Autobauer ein. Die Abgeordneten wollen am Donnerstag von ihm erfahren, wie genau die von Volkswagen eingestandene Manipulation der Abgaswerte von Diesel-Fahrzeugen vonstattenging.

„Wir haben viele Fragen, wir haben nur sehr wenige Antworten“, sagte die Abgeordnete Diana DeGette. Bei der Untersuchung wird es ihrer Kollegin Marsha Blackburn zufolge auch darum gehen, ob andere Autohersteller betroffen seien. Zudem muss die Umweltbehörde EPA darlegen, warum es so lange dauerte, bis der Skandal aufgedeckt wurde. Die Abgeordneten wollen DeGette zufolge aber auch klären, ob die Standards für Diesel-Autos womöglich zu streng sind.

Horn soll alleine und unter Eid vor einem Gremium des Energie- und Handelsauschusses im Repräsentantenhaus aussagen. „Die Botschaft an Volkswagen lautet, dass sie uns besser nicht an der Nase herumführen“, sagte ein Kongressmitarbeiter. Er verwies darauf, dass der Ausschuss die Herausgabe von Informationen erzwingen könne. Einige Kongressberater kritisieren, dass VW nur zögerlich angefragte Dokumente herausgerückt habe, womöglich wegen interner Turbulenzen.

In den USA sind 480.000 Autos von dem Skandal betroffen, weltweit sind es elf Millionen. VW hat in den USA Entschuldigungsbriefe an die Kunden verschickt.

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Senatoren des Finanzausschusses wollen klären, ob es für VW-Fahrzeuge möglicherweise unberechtigt Steuervorteile gab. Dabei geht es zum Beispiel um die Summe von 1.300 Dollar (derzeit 1.158 Euro), die Käufern eines Jetta TDI gewährt wurde, nachdem VW den Autos einen besonders niedrigen Schadstoffausstoß attestierte. Den Senatoren zufolge geht es um mindestens 60.000 Autos und mehr als 50 Millionen Dollar an Steuervorteilen.

Angesichts des Abgas-Skandals stelle sich die Frage, ob Volkswagen gegenüber der US-Regierung falsche Angaben in den Zertifikaten für Steuererleichterungen gemacht habe, erklärte der Ausschussvorsitzende Orrin Hatch in einem Volkswagen am Dienstag zugesandten Brief. Darin wird Volkswagen aufgefordert, alle Dokumente und Briefwechsel vorzulegen, in denen es um Anträge für Steuererleichterungen für Diesel-Autos der Marken Golf, Jetta und Audi im Zeitraum von 2007 bis 2011 geht. Der Ausschuss setzte Volkswagen eine Frist bis Ende Oktober.

~ ISIN DE0007664039 WEB http://www.volkswagenag.com ~ APA496 2015-10-07/18:17


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