Burgenland-Rechnungshof kritisiert Tourismus-Förderung des Landes

Eisenstadt (APA) - Der Burgenländische Landes-Rechnungshof (BLRH) hat die Förderpraxis des Landes für touristische Marketingmaßnahmen unter ...

Eisenstadt (APA) - Der Burgenländische Landes-Rechnungshof (BLRH) hat die Förderpraxis des Landes für touristische Marketingmaßnahmen unter die Lupe genommen. Im aktuellen Bericht spart die Kontrollinstanz nicht mit Kritik. So seien mit der Marketing-Förderung „zumindest sieben“ verschiedenen Einheiten befasst gewesen, eine Gesamtübersicht über die Maßnahmen habe jedoch nicht vorgelegt werden können.

Auch ein einheitliches Vorgehen der Förderstellen im Rahmen der Förderabwicklung sei „weder ersichtlich noch möglich“ gewesen, heißt es in dem Bericht, der Dutzende Kritikpunkte auflistet. Eine zentrale Stelle zur Koordinierung, Steuerung und Überwachung von touristischen Marketingmaßnahmen habe gefehlt, stellt der BLRH fest. Zudem seien Förderziele „nicht konkret formuliert“ worden.

Der Landes-Rechnungshof hatte den Zeitraum von 2008 bis 2013 überprüft. Insgesamt wurden darin zur Förderung touristischer Marketingmaßnahmen Mittel im Ausmaß von rund 32 Mio. Euro vergeben. Der Landesverband Burgenland Tourismus (LBT) etwa erhielt zu diesem Zweck Landeszuschüsse in Höhe von 16,7 Mio. Euro.

In die Geldvergabe und die Überprüfung des Burgenland Tourismus waren laut Landes-Rechnungshof zumindest fünf Landesdienststellen involviert gewesen, zwischen denen kein standardisierter Informationsaustausch bestanden habe. Ob die Mittel widmungsgemäß verwendet worden seien und ob die Zuschüsse wirksam gewesen seien, habe das Land nicht überprüft.

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Der BLRH stellte außerdem die Wirksamkeit des Aufsichts- und Kontrollsystems des Landesverbandes Burgenland Tourismus im Prüfzeitraum „grundsätzlich infrage“. Grundlegende Prinzipien wie Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip seien „nicht durchgängig eingehalten“ worden, begründet das Kontrollorgan seine Kritik.

Positiv bewertet wird vom Landes-Rechungshof die Erstellung von Strategiepapieren und strategischen Analysen in spezifischen touristischen Themenbereichen. Allerdings vermisse man eine sowohl von der Burgenländischen Landesregierung als auch vom Vorstand des Burgenland Tourismus beschlossene gemeinsame Tourismusstrategie.


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