200 Ortners auf einen Streich

200 von 300 bekannten Mitgliedern der Osttiroler Familie Ortner kamen in Abfaltersbach zusammen. Viele sahen einander zum ersten Mal. Organisator Joachim Ortner weiß alles über die fast 400 Jahre alte Familie.

Die 200 Teilnehmer des Ortner-Treffens beim Familienfest.
© Stefan Patterer

Von Catharina Oblasser

Abfaltersbach –Sie sind alle, alle miteinander verwandt: der Metzger Ortner aus Sillian, der „Hendl-Ortner“, der Elektro-Ortner und der Bandagist Ortner aus Lienz – ebenso wie „Dolomitenmann“ Wendelin Ortner, Generalvikar Jakob Bürgler und der Provinzial der Jesuiten in Österreich, Bernhard Bürgler. Zur Großfamilie gehören auch der in den USA lebende Schauspieler Bernhard Forcher oder Peter Ortner, der Obmann des Südtiroler Heimatpflegeverbands.

Erforscht hat das alles Joachim Ortner, ein in Oberösterreich lebender Osttiroler. Er betreibt seit 20 Jahren Ahnenforschung und fasste seine Erkenntnisse in einem 120 Seiten dicken Buch zusammen. „Es gibt heute über 300 Mitglieder der Familie, Anhang inklusive“, erzählt Ortner. „Als ich beschloss, ein Familientreffen zu organisieren, habe ich alle eingeladen. Und zu meiner Überraschung haben 200 zugesagt.“

Der Stammbaum gibt Aufschluss über die einzelnen Zweige.
© Ortner-Berger

Der größte Teil der Familie, die sich in neun Erblinien einteilen lässt, ist in Osttirol geblieben. Ein Großteil trägt nach wie vor diesen Namen. „Es gibt aber auch Ortners in ganz Österreich, in Deutschland, Italien und sogar in Spanien und den USA“, beschreibt Joachim Ortner seine Erkenntnisse aus der Ahnenforschung. Umso spannender für jeden einzelnen, die unbekannten Familienmitglieder zu treffen. „Die meisten waren total überrascht, dass sie so viele Verwandte haben“, schmunzelt der Organisator.

Das Treffen fand am Trogerhof in Abfaltersbach statt, dem Stammsitz eines der Familienzweige. Auf dem Programm standen gepflegtes Essen, bereitgestellt vom Metzger Ortner, und der Besuch der Ausstellung „Nachts im Atelier“ von Künstler Helmut Ortner. Danach präsentierte Joachim Ortner im Gemeindesaal von Abfaltersbach seine Familienchronik, die die Zeit von 1622 bis 2015 umfasst. Gute Kontakte zum Abfaltersbacher Bürgermeister verstehen sich von selbst. Schließlich ist dessen Mutter ebenfalls eine Ortner. Sie war mit 93 Jahren die älteste Teilnehmerin des Treffens, der jüngste war drei Monate alt.

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Dass es so viele Ortners gibt, hat seinen Ursprung zwischen 1893 und 1917. „Mein Ururgroßvater Josef hatte sieben Kinder, von denen fünf wiederum 61 weitere Kinder bekommen haben“, erklärt Joachim Ortner die Gründe der „Familienexplosion“.

Für seine Chronik scheute Ortner, von Beruf Behindertenbetreuer, keine Mühe. So listet er die häufigsten Vornamen seit 1665 auf (Josef, Maria, Anna, Johannes) und erhob, wie viele Familienmitglieder geistliche Berufe ergriffen (zwei Männer, vier Frauen). Das nächste Großfamilientreffen soll 2022 stattfinden. Da feiern die Ortners den 400. Geburtstag.


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