Tiroler Konjunkturbarometer zeigt: höheres Wachstum möglich

Die Wirtschaftslage in Tirol stellt sich tendenziell besser dar, als die Entwicklung im übrigen Österreich. Achillesferse bleibt die Arbeitslosigkeit.

Symbolfoto.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck – Zu Beginn des Jahres ging die Wirtschaftskammer Tirol (WK) von einem realen Wachstum der Tiroler Wirtschaft 2015 zwischen 0,5 und einem Prozent aus. Das aktuelle Konjunkturbarometer der WK zeigt nun erfreuliches. Ein reales Wirtschaftswachstum von über einem Prozent ist durchaus erreichbar. Grund dafür ist die positive Entwicklung im Produktionsbereich und im Tourismus. Die Auftragslage wird über alle Branchen hinweg tendenziell positiv bewertet. Dies wird auch durch die vorliegenden Zahlen zur Industrieproduktion sowie zur Nächtigungs-Entwicklung im Tourismus unterstützt. Sorgen macht allerdings weiter die hohe Arbeitslosigkeit.

Mehrzahl der Unternehmen sind zuversichtlich

Die eigene wirtschaftliche Lage der Unternehmen für die kommenden Monate wird im Gegensatz zum Frühjahr wieder positiver gesehen. 46 Prozent der Befragten (2014: 33 Prozent ) bewerten ihre wirtschaftliche Lage derzeit als gut, nur fünf Prozent als schlecht. In der Industrie melden 54 Prozent der Unternehmen eine gute Geschäftslage, sechs Prozent sind mit der Situation unzufrieden. Auffallend positiv ist die Lage der Tiroler Bauwirtschaft. 42 Prozent der Unternehmen bewerten die Situation als gut, 58 Prozent als befriedigend bwz. normal und kein Betrieb als schlecht.

Die Investitionsbremse bleibt aber weiter angezogen. Zwar werden 19Prozentder befragten Unternehmen im kommenden Halbjahr das Investitionsvolumen erhöhen, 21 Prozent wollen es aber reduzieren und 60 Prozent halten. In Kombination mit dem verhaltenen privaten Konsum bleibt dies die stärkste Wachstumsbremse. Am größten ist die Investitionsneigung in der Verkehrswirtschaft ausgeprägt (25 Prozent erhöhen, acht Prozent reduzieren.

Arbeitslosigkeit bleibt ein Problem

Durch das schwache Wirtschaftswachstum in Kombination mit Zuwanderung und steigender Erwerbstätigkeit älterer Arbeitnehmer steigt die Arbeitslosigkeit weiter an. In Tirol lag die Arbeitslosenquote (AMS Quote) von Jänner bis August bei 6,8 Prozent (Vergleichszeitraum 2014: 6,5 Prozent; + 964 Arbeitslose). Insgesamt ist 2015 mit einer Arbeitslosenquote von rund 7,1Prozent zu rechnen. Jedes vierte Unternehmen geht davon aus, dass die Arbeitslosigkeit weiter zunimmt.

Leichtes Plus bei Exporten möglich

Die Rahmenbedingungen für die heimische Exportwirtschaft sind derzeit nicht optimal. Die leichte konjunkturelle Erholung innerhalb der Euro-Zone ist vor allem durch den privaten Konsumgetrieben. Österreichs Exportstärke liegt überwiegend bei Industrie- und Anlagegütern, weniger bei Konsumgütern. Österreich kann derzeit aufgrund seiner Exportstruktur nicht im vollen Ausmaß davon profitieren. 77% der Tiroler Leitbetriebe erwarten in den kommenden Monaten keine Änderungen in der Exportentwicklung. Insgesamt dürfte das Exportjahr 2015 dennoch mit einem leichten Plus für die Tiroler Wirtschaft enden. (TT.com)


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