Privatisierung von serbischer Presseagentur Tanjug erneut gescheitert

Belgrad (APA) - Die Privatisierung der serbischen staatlichen Presseagentur Tanjug ist zum zweiten Mal seit Ende Juni für gescheitert erklär...

Belgrad (APA) - Die Privatisierung der serbischen staatlichen Presseagentur Tanjug ist zum zweiten Mal seit Ende Juni für gescheitert erklärt worden. Dies teilte die staatliche Privatisierungsagentur auf ihrem Internetportal mit, nachdem bis Mittwoch kein Übernahmeangebot eingelangt war.

Der Verkaufspreis für die 1943 im bosnischen Jajce gegründete Nachrichtenagentur lag bei der Anfang September gestarteten Ausschreibung mit knapp 380.500 Euro um die Hälfte niedriger als bei der ersten Ausschreibung Ende Juni.

Ende Oktober läuft eine Frist ab, bis zu der serbische Medien im Staatseigentum, darunter die Tanjug, privatisiert werden müssen. Etliche lokale Medien haben in den vergangenen Wochen bereits neue Eigentümer bekommen.

Wie es mit der Tanjug weitergehen soll, blieb zunächst unklar. Aufgrund einer heuer erfolgten Gesetzesänderung darf die Agentur nur bis Ende Oktober aus der Staatskasse mitfinanziert werden.

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Die Tanjug war im Zweiten Weltkrieg gegründet worden. Nach einer schwierigen Zeit in den 1990er-Jahren während des Zerfalls Jugoslawiens, als die Tanjug sowie auch die anderen staatlichen Medien unter strenger Kontrolle des Regimes von Slobodan Milosevic gestanden waren, erkämpfte sich die Agentur wieder den Ruf als glaubwürdiges Medium, das ausgewogen und unter Berufung auf Fakten berichtet.


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