Flüchtlinge - Serbiens Präsident für schnelle Lösung der Krise

Ljubljana (APA) - Serbiens Präsident Tomislav Nikolic hat bei seinem Besuch in Slowenien eine schnelle Lösung der Flüchtlingskrise gefordert...

Ljubljana (APA) - Serbiens Präsident Tomislav Nikolic hat bei seinem Besuch in Slowenien eine schnelle Lösung der Flüchtlingskrise gefordert. „Es ist Zeit, dass die EU endlich eine Entscheidung trifft“, sagte Nikolic nach einem Treffen mit seinem Amtskollegen Borut Pahor am Donnerstag in Ljubljana.

„Das Schlimmste wäre, wenn sich die EU jetzt schließen würde“, sagte der serbische Präsident. Würde Deutschland eine solche Entscheidung treffen, würden auch andere Länder wie Österreich und Slowenien folgen. „Das würde negative Auswirkungen auf Serbien haben, dass in diesem Fall überschwemmt würde“, mahnte Nikolic vor einer zu großen Last für sein Land. „Unsere Ressourcen sind verbraucht.“ Serbien habe auch keinen Zugriff auf Fonds zur finanziellen Unterstützung.

„Serbien hat eine Tradition, Flüchtlinge aufzunehmen“, sagte Nikolic mit Blick auf Menschen, die wegen des Kroatien-Kriegs nach Serbien flüchteten oder tausende Slowenen, die im Zweiten Weltkrieg dort im Exil waren. Auch heute werden die Flüchtlinge laut Nikolic menschenwürdig empfangen, das Land ermögliche ihnen eine sichere Durchreise. „Ich bin stolz darauf, dass Serbien zu jenen gehört, die auf die Flüchtlingskrise auf die bestmögliche Weise reagierten“, sagte der serbische Präsident.

Laut dem slowenischen Präsidenten Pahor setzt sich Slowenien seit der Verschärfung der Flüchtlingskrise dafür ein, dass die sogenannte Westbalkanroute mit Priorität behandelt wird. Damit die Westbalkanländer mit den Flüchtlingsströme effektiv umgehen können, bräuchten sie EU-Mittel.

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Beim Treffen der beiden Präsidenten sprach Nikolic auch den serbischen Widerstand gegen die Aufnahme des Kosovo in die Weltkulturerbeorganisation der Vereinten Nationen (UNESCO) an. Er appellierte an Slowenien, das einen offiziellen Antrag Albaniens zur Aufnahme des Kosovo unterstützte, in dieser Frage in Zukunft zurückhaltender zu sein.

Serbien ist gegen die Aufnahme seiner ehemaligen Provinz in die UNESCO - mit der Begründung, das serbische Kulturerbe auf dem Gebiet schützen zu wollen. Er äußerte die Befürchtung, dass es wieder zur Zerstörung des serbischen Kulturerbes im Kosovo kommen könnte.

Der slowenische Präsident Pahor betonte unterdessen, dass Slowenien den Aufnahmeantrag unterstützte, weil es der Ansicht sei, dass Kosovo als souveräner Staat die Verpflichtung habe, das serbische Kulturerbe auf seinem Gebiet zu erhalten. Die beiden Präsidenten waren sich einig, dass diese unterschiedlichen Positionen die sonst exzellenten bilateralen Beziehungen zwischen Slowenien und Serbien nicht belasten können.

Nikolic wird während seines Besuches auch mit dem slowenischen Premier Miro Cerar und dem Parlamentspräsident Milan Brglez zusammentreffen. Am Freitag setzt er sein Besuch in Bled fort, wo ein Denkmal für den in den USA lebenden serbischen Wissenschafter Mihajlo Pupin eingeweiht wird.


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