Europas Leitbörsen schließen ohne klare Richtung

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen haben am Donnerstag keine einheitliche Richtung gefunden und sich insgesamt nur wenig ...

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen haben am Donnerstag keine einheitliche Richtung gefunden und sich insgesamt nur wenig vom Fleck bewegt. Der Euro-Stoxx-50 schloss um minimale 0,04 Prozent leichter bei 3.224,96 Einheiten.

Zu Handelsstart trübten schwache Daten zu den deutschen Exporten die Stimmung etwas deutlicher. Wegen der schwachen Nachfrage aus großen Schwellenländern und der späten Sommerferien sind die Ausfuhren im August so stark eingebrochen wie seit der weltweiten Finanzkrise nicht mehr. Sie fielen um 5,2 Prozent zum Vormonat. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang von 1,2 Prozent gerechnet.

Im Tagesverlauf drehten jedoch einige Indizes in die Gewinnzone. Am Nachmittag standen das Sitzungsprotokoll der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie eine Rede des EZB-Chefvolkswirt Peter Praet auf der Agenda. Laut dem Protokoll der vergangenen Ratssitzung rechnet die EZB wegen der unerwartet starken Konjunkturabkühlung in den Schwellenländern mit einer gedämpften Erholung im Euroraum. Praet hat jedoch heute vor einem um sich greifendem Pessimismus bezüglich der langfristigen Wachstumsaussichten in der Eurozone gewarnt, da dieser die Investitionen dämpfen und damit eine stärkere Erholung verhindern könnte.

Unternehmensseitig richtete sich die Aufmerksamkeit der Anleger heute vor allem auf die Deutsche Bank, nachdem das Kreditinstitut am Mittwochabend einen Verlust vor Steuern von rund 6,0 Mrd. Euro für das abgelaufene dritte Quartal angekündigt hatte. Als Grund wurden Abschreibungen genannt, vor allem auf die vor der Abspaltung stehende Deutsche Postbank und das Investmentbanking, das längst nicht mehr so lukrativ ist wie vor der Krise. Die Dividende für 2015 könne im Folge ganz oder teilweise ausfallen.

Die Anleger zeigten sich aber gelassen. Analysten werteten positiv, dass die Deutsche Bank trotz der Milliardenverluste keine Kapitalerhöhung angekündigt hat. Nach einem anfänglichen Kurseinbruch von rund 11,5 Prozent im vorbörslichen Handel kletterten die Deutsche Bank-Aktien im Tagesverlauf um bis zu 3 Prozent ins Plus. Zu Handelsschluss stand bei den Titeln ein Minus von 1,77 Prozent zu Buche.

Mit Abschlägen gingen auch die Aktien von Volkswagen (VW) aus dem Handel. Die Papiere fielen um 0,48 Prozent. Bei einer Anhörung vor US-Politikern hat sich der US-VW-Chef Michael Horn für den Abgas-Skandal entschuldigt und versprochen, mit allen zuständigen Behörden voll zu kooperieren. Horn erfuhr bereits im Frühling 2014 von möglichen Verstößen gegen Emissionsrichtlinien, ging aus der vorab veröffentlichten Eingangserklärung für die Anhörung hervor.

Indessen hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig heute eine Razzia bei Volkswagen in Wolfsburg gegeben. Ziel war die Sicherstellung von Unterlagen und Datenträgern. Die Staatsanwaltschaft ist auf der Suche nach Informationen über die Vorgehensweise und Identität der an der Manipulation beteiligten VW-Mitarbeiter.

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Punkte Prozent Wien ATX 2.347,88 -2,22 -0,09 2.350,10 Frankfurt DAX 9.993,07 22,67 0,23 9.970,40 London FT-SE-100 6.374,82 38,47 0,61 6.336,35 Paris CAC-40 4.675,91 8,57 0,18 4.667,34 Zürich SPI 8.865,62 39,99 0,45 8.825,63 Mailand FTSEMIB 22.156,74 149,40 0,68 22.007,34 Madrid IBEX-35 10.181,20 11,20 0,11 10.170,00 Amsterdam AEX 442,08 1,49 0,34 440,59 Brüssel BEL-20 3.436,18 -3,84 -0,11 3.440,02 Stockholm SX Gesamt 1.464,49 12,48 0,86 1.452,01 Europa Euro-Stoxx-5 3.224,96 -1,44 -0,04 3.226,40

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Euro-Stoxx 338,53 0,67 0,20 337,86 ~

~ ISIN EU0009658145 ~ APA561 2015-10-08/18:05


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