Studenten erkunden die Seele der Kulturlandschaft

Die ältesten Gebäude des Pitztales werden derzeit im Rahmen der „Regionalen Kultur-Agenda 21 Pitztal“ von der Uni unter die Lupe genommen.

© Naturpark Kaunergrat

Von Alexander Paschinger

Pitztal –„Historische Gebäude sind die Seele der Kulturlandschaft“, betont der Geschäftsführer des Naturparks Kaunergrat, Ernst Partl. Werden sie nicht mehr durchgängig bewohnt oder genutzt, bestehe die Gefahr, dass sie innerhalb weniger Jahre verfallen. Dem wirkt man im Pitztal derzeit entgegen. Und zwar mit der Unterstützung von Studenten des Innsbrucker Uni-Instituts für Architekturtheorie und Baugeschichte. Auch das Tiroler Volkskunstmuseum beteiligt sich an einem Projekt, das die alte Bausubstanz im Pitztal genau unter die Lupe nimmt. Insgesamt gehören diese Arbeiten zur „Regionalen Kultur-Agenda 21 Pitztal“, die nach einer Abklärungsphase im Sommer des Vorjahres gestartet wurde.

Als Forschungsobjekte wurden derzeit zwei Gebäude ins Auge gefasst: der Schrofenhof in St. Leonhard und die Alte Mühle in Ritzenried. „Der Schrofenhof stammt aus der Zeit um 1250“, erklärt Partl. Er ist Gegenstand der ältesten urkundlichen Erwähnung von St. Leonhard aus dem Jahr 1265. Dort wurden Bauaufnahmen ebenso durchgeführt wie bei der Mühle von Ritzenried. „Nächste Woche gehen die Untersuchungen dort weiter“, so Partl. Die Mühle ist um 1750 entstanden, ein Student hat sich intensiv mit der Entstehung und der Geschichte der Eigentümer befasst.

Auch Wenns bietet mit dem „Stamserhaus“ ein historisches Kleinod: Das nun als Museum genutzte Gebäude gilt mit seinem hölzernen Gebälk aus dem Jahr 1301 als das älteste bestehende Bauernhaus Tirols. „In Arzl werden sich die Studenten zu einem späteren Zeitpunkt um das Schlierenzauerhaus kümmern“, erklärt der Naturpark-Chef.

„Für die Gemeinden im Pitztal ist die Arbeit der Studenten eine sehr wertvolle Unterstützung. Speziell für die Entwicklung von innovativen Nutzungskonzepten wie z. B. für die Alte Mühle in Ritzenried sind die Ergebnisse eine optimale Grundlage“, zeigt sich der Bürgermeister von Jerzens, Karl Raich, erfreut von der produktiven Kooperation mit der Universität Innsbruck.


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