Texas reicht Klage gegen VW ein, Rätsel über Kurssprung

Texas klagt wegen der Abgas-Manipulationen gegen Audi und Volkswagen. Verwunderung herrscht über massive Kurssprung der VW-Aktie.

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© Reuters/Fabian Bimmer

Austin, Wolfsburg – Einen Tag nach der Großrazzia bei Volkswagen wegen des weltweiten Abgas-Skandals reißen die schlechten Nachrichten für Europas größten Autobauer nicht ab. Der US-Bundesstaat Texas verklagt die Landesgesellschaften von Audi und VW wegen des Verstoßes gegen Verbraucherschutz- und Umweltgesetze. Ende September hatte bereits der texanische Landkreis Harris Counts Volkswagen wegen Luftverpestung durch mindestens 6.000 in der Region verkaufte VW-Diesel auf mehr als 100 Mio. Dollar (90 Mio. Euro) verklagt.

Volkswagen habe seine Kunden absichtlich über Jahre in die Irre geführt, teilte der Justizminister und Generalstaatsanwalt des Staates, Ken Paxton, am Donnerstag (Ortszeit) in der texanischen Hauptstadt Austin mit. Wenn Firmen vorsätzlich das Vertrauen der Öffentlichkeit verletzten, müsse eine Strafe bezahlt werden. Von den US-weit rund 480.000 von den Manipulationen betroffenen Fahrzeugen sind nach Angaben des Staats rund 32.000 in Texas verkauft worden.

Am Donnerstag hatte sich der US-Chef von Volkswagen, Michael Horn, vor den amerikanischen Kongress in Washington für die Manipulationen entschuldigt. Unter Eid hatte er dabei erklärt, nichts von einem Defeat Device (Betrugssoftware) in den Autos gewusst zu haben.

VW steht seit rund drei Wochen wegen des Skandals um manipulierte Abgaswerte unter großem Druck. Vor allem in den USA drohen hohe Straf- und Schadenersatzzahlungen, der Imageschaden gilt als enorm. Das neue Vorstandsressort gilt den Angaben zufolge als Signal, dass es der Autobauer mit der Aufklärung ernst meint. Siemens und Daimler hatten bei großen Schmiergeldfällen ähnlich reagiert, um die Behörden milde zu stimmen.

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Rätselraten um 15-prozentigen Kurssprung

Ein 15-prozentiger Kurssprung der Stammaktien von Volkswagen hat am Freitag für Aufsehen gesorgt. Dabei wechselten am Vormittag bereits mehr als drei Mal so viele Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag. Sie kosteten zeitweise 133,75 Euro.

Offenbar deckten sich einige Anleger, die auf weitere Kursverluste wegen der Abgasaffäre gesetzt hatten, wieder mit VW-Titeln ein, um ihre Verluste zu begrenzen, sagte ein Börsianer. Ein anderer verwies auf ein Gerücht, dem zufolge Großaktionär Porsche Holding seine Beteiligung aufstockt. Bei der Porsche Holding war dazu am Freitag kein Kommentar zu erhalten. Porsche hält nach Reuters-Daten bisher 50,7 Prozent der VW-Stämme. Die im Dax notierten Vorzugsaktien notierten am Freitag um 1,9 Prozent fester bei 105,50 Euro. (APA, Reuters)


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