Friedensnobelpreis - Gewerkschaft widmet Preis Opfern der Revolution

Oslo/Tunis (APA/AFP) - Der tunesische Gewerkschaftsverband UGTT, der zusammen mit drei weiteren Organisationen des Landes den diesjährigen F...

Oslo/Tunis (APA/AFP) - Der tunesische Gewerkschaftsverband UGTT, der zusammen mit drei weiteren Organisationen des Landes den diesjährigen Friedensnobelpreis erhält, hat die Auszeichnung den Opfern der Revolution gewidmet. Der Nobelpreis sei „ein Tribut für die Märtyrer“ der Demokratie, sagte UGTT-Generalsekretär Houcine Abassi nach der Bekanntgabe der Entscheidung des Nobelkomitees am Freitag.

Vor allem die Anstrengungen der Jugend hätten es dem Land erlaubt, das Kapitel der Diktatur abzuschließen. Er lobte überdies die Bereitschaft der Parteien, „sich an den Tisch zu setzen und Lösungen für die politische Krise zu finden“. Mit dem Nobelpreis wird ein nationales Dialog-Quartett ausgezeichnet, dem neben der UGTT auch der Arbeitgeberverband UTICA, die Menschenrechtsliga LTDH und die Anwaltskammer angehören. Die Initiative habe 2013 „mit großer moralischer Autorität entscheidend zum Aufbau einer pluralistischen Demokratie“ beigetragen, als Tunesien nach der Revolution am Rande des Bürgerkrieges gestanden habe, begründete das Nobelkomitee seine Entscheidung.

Auch Tunesiens Präsident Beji Caid Essebsi sieht den Preis nicht nur als Ehrung für das Quartett, sondern als eine Auszeichnung für „den Weg, den wir gewählt haben, nämlich einvernehmliche Lösungen zu finden“. In einem auf seiner Facebook-Seite veröffentlichten Videoclip sagte er: „Tunesien hat keine andere Lösung als den Dialog, trotz der ideologischen Streitigkeiten.“


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