Die Länder des Arabischen Aufstands

Oslo (APA/dpa) - Der diesjährige Friedensnobelpreis soll der ganzen arabischen Welt Mut machen. Die Aufstände in der Region, häufig auch „Ar...

Oslo (APA/dpa) - Der diesjährige Friedensnobelpreis soll der ganzen arabischen Welt Mut machen. Die Aufstände in der Region, häufig auch „Arabischer Frühling“ genannt, lösten 2011 große Hoffnungen auf mehr Freiheit und Demokratie in den arabischen Ländern aus. Mittlerweile aber versinken viele Staaten in einem blutigen Chaos.

TUNESIEN: Die Selbstverbrennung des Gemüsehändlers Mohammed Bouazizi entzündete die Aufstände. Massenproteste brachten im Jänner 2011 Machthaber Zine el Abidine Ben Ali zu Fall. Bei den Parlamentswahlen im selben Jahr ging die islamistische Ennahda als Sieger hervor. Doch massiver Widerstand führten zum Ende der von den Islamisten geführten Koalition. Trotzdem gelang Tunesien der Übergang in die Demokratie. 2014 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, danach wählten die Tunesier ein neues Parlament und einen neuen Präsidenten.

ÄGYPTEN: Massenproteste auf dem Tahrir-Platz in Kairo brachten im Februar 2011 Langzeitherrscher Hosni Mubarak zum Sturz. Danach gewannen auch in Ägypten mit den Muslimbrüdern Islamisten die freien Wahlen. Doch auch gegen den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi formierte sich heftiger Widerstand. Nach Massenprotesten setzte ihn das Militär im Sommer 2013 ab. Seit Ex-General Abdel Fattah al-Sisi Präsident ist, fährt das Land einen harten Kurs gegen Islamisten. Die mehrfach verschobenen Parlamentswahlen sollen im Oktober beginnen.

LIBYEN: Seit dem Sturz von Muammar al-Gaddafi im Sommer 2011 ging das ölreiche Land mit Parlamentswahl und Regierungsbildung Schritte in Richtung Demokratie. Doch mittlerweile herrscht Chaos. Es gibt zwei Parlamente und Regierungen. Bewaffnete Milizen kämpfen um die Macht. Seit Monaten versucht UN-Vermittler Bernadino Leon, eine Regierung der Nationalen Einheit zu gründen. Das Vakuum hat den Vormarsch von Extremisten wie der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) ermöglicht.

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SYRIEN: Das Regime von Präsident Bashar al-Assad ging 2011 mit Gewalt gegen friedliche Proteste für mehr Freiheit und Demokratie vor. Daraus entwickelte sich ein Bürgerkrieg, bei dem bisher mehr als 250.000 Menschen getötet wurden. Rund zwölf Millionen Menschen sind auf der Flucht, ganze Städte zerstört. Assad hat die Herrschaft über große Teile Syriens verloren. Stattdessen kontrolliert der IS im Norden und Osten riesige Gebiete. Alle Friedensgespräche scheiterten bisher, ein Ende des blutigen Konflikts ist nicht abzusehen.

JEMEN: Auch in dem armen Land auf der arabische Halbinsel brachen 2011 Proteste aus, die zum Sturz von Langzeitpräsident Ali Abdullah Saleh führten. Seitdem ist der Jemen nicht zur Ruhe gekommen. Im vergangenen Jahr konnten schiitische Houthi-Rebellen und Anhänger von Saleh große Teile des Landes überrennen. Sie kämpfen in einem blutigen Bürgerkrieg gegen Unterstützer von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi. Eine von Saudi-Arabien geführte Koalition fliegt seit März Luftangriffe gegen die Houthis und ihre Verbündeten.


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