Die Tragik des Lebens als Komödienstoff

Innsbruck – Dass ein „Blockbuster“ schon mal 200 Millionen US-Dollar kostet, überrascht heute keinen mehr. Wenn sich aber eine Produktion, d...

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Innsbruck –Dass ein „Blockbuster“ schon mal 200 Millionen US-Dollar kostet, überrascht heute keinen mehr. Wenn sich aber eine Produktion, die knapp 20.000 Euro gekostet hat und ganz ohne öffentliche Fördergelder finanziert wurde, „Blockbuster“ nennt, wähnt man sich im falschen Film – und sitzt doch im richtigen. Denn Vlado Priborskys „Blockbuster – Das Leben ist ein Film“ ist – alles in allem – ein richtig guter Film. Er nimmt sich, trotz der mitunter bierernsten Themen, die er behandelt, nicht wirklich ernst – und schafft es trotzdem, Momente großer Aufrichtigkeit und Intimität zu erzeugen. Vor allem aber geht dieser No-Budget-Produktion jener marktgängige Zynismus ab, der die „echten“ Blockbuster zum bisweilen ärgerlichen und zumeist austauschbaren Zeitvertreib macht.

Priborsky will zwar keine große Geschichte erzählen. Aber er will seine Geschichte erzählen. Die Geschichte eines Amateurfilmers (gespielt von Wolfgang Rauth), der einmal einen richtigen Film machen will – und dem das Leben übel mitspielt: Krebsdiagnose mit 26, gleich mehrere tragische Todesfälle in Familie und Freundeskreis. Davon also handelt „Blockbuster“. Aber der Film handelt diese Themen nicht ab, sondern bettet sie in eine irrwitzige Erzählung, die vor Anspielungsreichtum, Spielfreude und Film- und Fernseh-Stars (u. a. Ursula Strauss, Katharina Strasser, Thomas Stipsits und Ale­xander Pschill haben Gastauftritte) nur so strotzt. Nicht alle Gags gehen auf. Aber was macht das schon? Spaß macht es trotzdem. Nicht nur deshalb wünscht man diesem „Blockbuster“ auch ein Blockbuster-Einspielergebnis: Der Reinerlös des Films geht an die St.-Anna-Kinderkrebs-Forschung. (jole)


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