Neue Harmonie trotz neuer Fahrverbote für die Lkw-Wirtschaft

Auf die Tiroler Transportbranche rollen neue Beschränkungen zu. Nachts bleibt es für Lkw beim bisherigen Tempolimit von 60 km/h.

Symbolfoto
© Thomas Böhm

Von Markus Schramek

Innsbruck –Die Tiroler Landesregierung und die Tiroler Frächter – das war in der Vergangenheit eine konfliktbeladende Beziehung. Die Politik reagierte auf die große Luftbelastung im Inntal wiederholt mit Fahrverboten, die Transportbranche begehrte dagegen auf. Ein Schauspiel, das sich alljährlich wiederholte.

Aktuell ist der Ton zwischen Land und Transportgewerbe jedoch regelrecht harmonisch. „Eine solche Zusammenarbeit haben wir noch nie gehabt“, frohlockte gestern Obmann Gottfried Strob­l beim Fachgruppentag der Transportbranche in Innsbruck. Die Adressatin dieser verbalen Rosen saß am Podium in der Wirtschaftskammer direkt neben ihm: Ingrid Felipe, Grün-Politikerin und Verkehrsreferentin der Tiroler Landesregierung.

Trotz des Tauwetters zwischen Politik und Interessenvertretung kommen auf die Frächter aber wieder neue Maßnahmen zu. „Die Fahrverbote sind planbar und mit der Wirtschaft besprochen“, betonte Felipe.

So werden ältere Lkw in mehreren Etappen bis zum Jahr 2022 aus dem Verkehr gezogen. Dafür dürfen die neuesten Fahrzeuge, jene der Euroklasse 6, bis zum Jahr 2020 auch nachts ungehindert über die Autobahn rollen.

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Obmann Strobl ist das besonders wichtig: „Bisher haben wir jedes Jahr um eine Ausnahme vom Nachtfahrverbot ansuchen müssen. Das ist entwürdigend.“

Die Lkw-Fahrverbote sind Teil des IG-Luft-Maßnahmenpakets des Landes. Dieses sieht die erneute Einführung des sektoralen Fahrverbots im Sommer 2016 vor (Ende 2011 war es vom EU-Gericht aufgehoben worden). Gewisse Massengüter sollen ab dann nur noch per Bahn durch Tirol rollen dürfen.

Felipe nannte dieses Verbot gestern „eine Notwehrmaßnahme gegen den Transit“. Die anwesenden Frächter hielten sich mit Kritik auch in diesem Punkt zurück.

Keine guten Nachrichten überbrachte Nationalrätin Elisabeth Pfurtscheller (ÖVP) aus dem Parlament. Die Abschaffung von Tempo 60 für Lkw während der Nacht sei nicht durchsetzbar. Das geforderte Tempolimit von 80 km/h scheitere an den Lärmschutzwänden. Diese seien für 60 km/h ausgelegt.

Verkehrslandesrätin Ingrid Felipe (Mitte) diskutierte mit den Transportunternehmern Christoph Walser, Ulf Schmid und Spartenobmann Gottfried Strobl (v. l.). Auch am Podium: Nationalrätin Elisabeth Pfurtscheller und Transport-Geschäftsführer Josef Ölhafen.
© Die Fotografen

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