Serbien sagt Nein zur Lösung der Kosovokrise nach deutschem Modell

Belgrad (APA/dpa) - Die jahrzehntelang schwelende Krise um den jüngsten europäischen Staat Kosovo soll nach dem Vorbild der beiden deutschen...

Belgrad (APA/dpa) - Die jahrzehntelang schwelende Krise um den jüngsten europäischen Staat Kosovo soll nach dem Vorbild der beiden deutschen Staaten vor der Wende gelöst werden. Das berichteten die serbischen Zeitungen übereinstimmend am Wochenende in Belgrad. Serbien wies die Pläne sofort zurück: „Die Forderungen sind absolut unannehmbar“, sagte Außenminister Ivica Dacic der Zeitung „Kurir“ am Sonntag.

Nach diesen Informationen verlangt Brüssel bei der bis zum Jahresende geplanten Eröffnung der EU-Beitrittsverhandlungen, dass Serbien die Selbstständigkeit seiner früheren Provinz Kosovo akzeptieren muss, ohne sie völkerrechtlich anzuerkennen. Belgrad hatte bisher darauf bestanden, dass das seit sieben Jahren unabhängige und fast nur noch von Albanern bewohnte Kosovo weiter zu seinem Staatsgebiet gehöre.

„Das führt direkt zur Anerkennung der Unabhängigkeit Kosovos“, begründete Außenminister Dacic die Ablehnung der EU-Bedingungen. „Brüssel zwingt uns das Modell der zwei Deutschlands auf“, schrieb die Regierungszeitung „Novosti“ auf ihrer Titelseite. „Messer in den Rücken aus der EU“, titelte die Zeitung „Blic“. Schon vor zwei Tagen hatte Serbiens Regierungschef Aleksandar Vucic die Pläne ohne nähere Einzelheiten als „entsetzliches Papier“ kritisiert.

Die EU-Pläne sollen demnach vorsehen, dass Serbien große Teile des von ihm beanspruchten Eigentums im Kosovo abtritt und Zugeständnisse im Energiesektor macht. Daneben soll Belgrad endlich seine Zahlungen an die serbische Minderheit im Norden des Kosovos weitgehend einstellen. Schließlich sollen die Grenze zwischen den beiden Nachbarn festgelegt und dem Kosovo die Mitgliedschaft in internationalen Organisationen ermöglicht werden.

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Für den kommenden Dienstag hat die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini die Regierungschefs Serbiens und des Kosovos zu einer neuen Vermittlungsrunde nach Brüssel eingeladen.


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