Wien-Wahl: Tirols SPÖ sieht „Wahlsieg“, Platter enttäuscht

Wien/Innsbruck (APA) - Die Wien-Wahl hat bei den Tiroler Parteien in drei Fällen Zufriedenheit und in einem Enttäuschung ausgelöst: Die Tiro...

Wien/Innsbruck (APA) - Die Wien-Wahl hat bei den Tiroler Parteien in drei Fällen Zufriedenheit und in einem Enttäuschung ausgelöst: Die Tiroler SPÖ gratulierte Michael Häupl zum „Wahlsieg“, die Tiroler FPÖ sah einen „erfreulichen Tag“. Landeshauptmann Günther Platter nannte das ÖVP-Ergebnis „sehr ernüchternd“. Die Grünen zeigten sich „sehr erleichtert“.

ÖVP-Landesparteiobmann Manfred Juraczka und seinem Team könne man keinen Vorwurf machen, teilte Platter der APA mit. „Durch die mediale Zuspitzung der Wahl als Duell zwischen SPÖ und FPÖ war es aber für die anderen Parteien schwierig, mit ihren Botschaften durchzudringen. Ähnlich wie in Oberösterreich vor zwei Wochen wurde zudem auch die Wahl in Wien thematisch vor allem von der Flüchtlingsfrage beherrscht“, meinte der Landeshauptmann. Mit der „ÖVP-Position der Mitte“, die weder auf „rechte Parolen“ noch auf „linke Träumerei“ sondern auf realistische Lösungen baue, erreiche man bei den Wählern zwar oft den Kopf, aber nicht immer den Bauch. „Das macht es derzeit für die ÖVP schwierig, Wahlen zu gewinnen“, sah Platter den Hauptgrund für die Wahlniederlage der Volkspartei in Wien.

Das Wahlergebnis für die SPÖ sei „deutlicher ausgefallen als angenommen“, freute sich Tirols SPÖ-Chef Ingo Mayr in einer Aussendung. Auch wenn sich Freude über das „klar gewonnene Wahlduell gegen Strache“ einstelle, mahnte Mayr jedoch die Wiener Genossen: „Die Stimmenverluste müssen ernst genommen werden. Das gilt auch für die Zugewinne der FPÖ“. Häupl werde nun „die richtige Koalition für die Zukunft Wiens bilden“, blieb Mayr in puncto künftiger Regierungspartner vage.

„Herzliche Gratulation an die Wiener FPÖ, der Erfolgsweg der FPÖ geht stetig“, erklärte indes Tirols FPÖ-Landesparteichef Markus Abwerzger. Der „erfreuliche Tag“ müsse aber auch dazu genutzt werden,, das politische System zu überdenken. Er forderte ein Ende der „Ausgrenzungspolitik“. Die SPÖ wäre auf Bundesebene und in den Ländern gut beraten, die FPÖ nicht länger auszugrenzen.

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„Der Erdrutschsieg für den blauen Oberpopulisten ist ausgeblieben, eine klare Mehrheit der Wiener will die Fortführung der rot-grünen Regierung“, analysierte der Landessprecher der Grünen, Abg. Georg Willi, das Wahlergebnis. Er erwartete sich von Bürgermeister Häupl einen „verantwortungsvollen Umgang“ mit den vielen grünen Leihstimmen. Viele, die Grün wählen wollten, hätten Häupl gewählt, um Strache in die Schranken zu weisen. Willi sprach sich für einen Verbleib der Grünen Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou aus: „Sie muss meiner Überzeugung nach Vizebürgermeisterin bleiben. Alles andere wäre völlig unverständlich“.


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