Aufregung in Belgien über „störende Frage“ an Erdogan

Istanbul/Brüssel (APA) - Eine „störende Frage“ an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan während seines jüngsten Besuchs beim belgi...

Istanbul/Brüssel (APA) - Eine „störende Frage“ an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan während seines jüngsten Besuchs beim belgischen Premier Charles Michel sorgt für mediale Aufregung in Brüssel. Die Tageszeitung „Le Soir“ berichtete am Wochenende, ein Vertreter der türkischen Botschaft habe sich bei einer Beraterin Michels beschwert, dass diese eine „störende Frage“ an Erdogan zugelassen habe.

Diese Szene wurde dem Medienbericht zufolge vom öffentlich-rechtlichen belgischen Fernsehsenders RTBF gefilmt, daraufhin drohte die Beraterin Michels dem RTBF-Journalisten mit Konsequenzen. „Sie filmen das nicht. Ich werde ein Email an Herrn Jacqmin (RTBF-Informationsdirektor, Anm.) schicken“. Der Sender strahlte die Videosequenz am Sonntag aber dennoch aus.

Der Sprecher des belgischen Regierungschefs fügte in der Aufnahme hinzu, diese Geschichte sei für das Fernsehen nicht interessant, „das ist ein schwerwiegender Fehler und das wird nicht ohne Folgen bleiben“. Ob sich diese Aussage auf das Verhalten der Beraterin Michels oder auf die Intervention des Verantwortlichen der türkischen Botschaft bezog, war vorerst unklar. Das Büro des Premierministers wollte auch auf Nachfrage keine Auskunft dazu geben, wie „Le Soir“ berichtete.

Die Europäische Journalistenvereinigung hat unterdessen angekündigt, den Europarat wegen „dieser Einschüchterung durch das Kabinett des Premierministers“ anzurufen. „Es ist möglich, von Journalisten die Einhaltung der Spielregeln bei einem Staatsbesuch zu verlangen, und das Recht auf Bilder zu respektieren, ohne bis zur Androhung von Repressalien zu gehen“, heißt es.

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