Der Ton und nicht das Ergebnis soll die Musik machen

Der Tiroler Fußballverband setzt im Kinderfußball auf die heilende Wirkung eines Jingles.

Beim 40. TT-Miniknabenturnier jubelte 2014 der Kirchdorfer Nachwuchs – der Tiroler Fußballverband richtet den Blick im Kinderfußball nicht primär aufs Ergebnis, sondern vielmehr auf soziale Komponenten
© Thomas Böhm / TT

Von Alex Gruber

Innsbruck – „Lässig, dass es alle da seid’s. Heute ist unser Tag. Unterstützt uns mit Applaus, seid’s fair zu Gegner und Schiedsrichter. Und schreit’s nit einer, des is nit fein …“ Mit dieser Einspielung bei Nachwuchs-Turnieren und -Spielen will der Tiroler Fußballverband im Kinderfußball bei den Eltern punkten. Von der Klasse U 7 bis zur U 12 werden keine Ergebnisse und Tabellen mehr geführt, um für einen anderen Zugang an und rund um die vielen Outlinien am grünen Rasen zu sorgen. Die neue Zeit des Jingles ist gekommen.

Günther Ringler, Obmann für Jugend und Breitensport, wurde bei der Idee von Christian Untersberger, seines Zeichens Nachwuchsleiter des SV Oberlangkampfen, inspiriert. Dann kam es zur professionellen Umsetzung, unter anderem mit der Stimme von Schauspieler Ludwig Dornauer. „Alle waren von Idee und Umsetzung begeistert“, erinnert sich Ringler an den Produktionsprozess. Das Ergebnis kann man sich auf der Homepage des TFV (www.tfv.at) in der Rubrik „Jugend und Breitensport“ anhören.

„Wir wollen das Ergebnis nicht in den Vordergrund stellen. Es geht im Nachwuchsbereich auch verstärkt um soziale Aspekte, Persönlichkeitsentwicklung oder Fairplay“, spielt Ringler ein paar Themen an, die in der Hitze des Gefechts leider auch gerne vergessen werden.

„Lasst die Kinder spielen. Anfeuern ja, steuern nein“, legt Ringler nach. Der Jingle sei auch in Anlehnung an die „Rote Karte“ des Österreichischen Fußballbundes im Kinderfußball entstanden. Zur Erinnerung an die Vorbildwirkung der (Groß-)Eltern und mit der Bitte um ausschließlich positive Unterstützung am Spielfeld wenden sich die Kinder mit der „Roten Kart­e“ an sie. „Gewinnen oder der Beste sein will jeder gerne, auch wir. Doch das Wichtigste für uns ist das Spielen mit Freunden …“, liest sich ein Auszug. Fortfahrend: „Reklamiert nicht nach jedem Fehler, denn es ist entmutigend und hilft nicht, es besser zu machen! WIR und das gesamte TEAM am Sportplatz versuchen unser Bestes zu geben, versucht es IHR auch.“

Das Beste gaben auch die drei Mannschaften der AKA Tirol im Duell mit Red Bull Salzburg – dort, wo jedes Team im Schlaraffenland des Bullenimperiums u. a. einen eigenen Videocoach hält. Die Dimensionen sind andere. Das Ziel, da wie dort: Talente nach oben zu schleusen. Auch im Weg kann ein Ziel stecken.


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