Austria Salzburg darf doch nicht im Innsbrucker Tivoli kicken

Das Ringen um ein Ausweichstadion schien für Austria Salzburg am Innsbrucker Tivoli zu enden. Ein Trugschluss – die Hochsicherheitsspiele gegen den LASK scheitern an massiven Bedenken der Stadt.

Wo auch immer – in Innsbruck wird jedenfalls kein violetter Rauch aufgehen, wo Austria Salzburg gegen den LASK spielen hätte sollen.
© gepa

Von Florian Madl

Innsbruck — Die heurige Saison der Fußball-Bundesliga ist um eine weitere Posse reicher. Nach der Farce rund um das Geisterspiel des FC Wacker gegen Austria Salzburg in Schwanenstadt kommt für die Stadt Innsbruck nun auch eine anvisierte Verlegung des Austria-Spiels gegen den LASK (23.10./10.5.) ins Tivoli nicht in Frage. „Wir haben massive Bedenken, das haben wir den Vertretern der Salzburger Austria auch so mitgeteilt“, meinte Elmar Rizzoli, Sicherheitsbeauftragter der Stadt. Man müsste jedenfalls mit einem massiven Polizeiaufkommen in und um das Tivoli rechnen: Mit bis zu 200 Exe­kutivbeamten würde man den Auflagen gerecht werden. Heute zogen die Salzburger ihren Antrag zurück.

Die Skepsis der Behörde nähren mehrere Ereignisse aus der Vergangenheit, u. a. das Westliga-Derby vor drei Jahren. Und auch die jüngste Auswärtsfahrt der Tiroler stand unter keinem guten Stern, wie der für allgemeine Sicherheit und Veranstaltungen zuständige Elmar Rizzoli meinte: „Nach den Zusammenstößen zwischen Wacker- und LASK-Fans im Linzer Stadion soll es bei der Heimfahrt am Salzburger Hauptbahnhof mit Austria-Fans neuerdings gekracht haben.“

Auch die Postings in einschlägigen Internetforen würden für die Gastspiele der Salzburger Austria gegen den LASK wenig Gutes erwarten lassen. Rizzoli: „Wenn wir zwei verfeindete Fan-Gruppen haben, lässt sich das im Tivoli bewerkstelligen. Aber wenn die Tiroler am 23. Oktober wirklich nicht zum Wacker-Auswärtsspiel nach Lustenau fahren, dann würden alle drei Fan-Gruppen aufeinandertreffen. Dann kann man keine Garantie mehr für die Sicherheit rund um das Stadion abgeben.“

Bereits in der jüngsten offiziellen Aussendung der organisierten Fanszene des FC Wacker Innsbruck machten die Heimischen ihrem Unmut Luft — dort fühlt man sich überrumpelt: „Den Versuch der Olympiaworld, die Wacker-Fans mit dem Schließen der Nordtribüne bei diesem Spiel zu besänftigen, lassen wir nicht gelten. Was nützt eine geschlossene Nord, wenn nicht nur das Stadion, sondern ganz Innsbruck von Fans aus Salzburg und Linz ,belagert? wird?“

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Die Violetten, zuletzt bereits mit einer Lizenzstrafe in Höhe von 20.000 Euro belegt, müssen demnach weiter eine Ausweichstätte für Hochsicherheitsspiele suchen. Hintergrund: Durch die Fan-Feindschaft mit den Tirolern und dem LASK bekommen die Partien stets den Stempel Risikospiel verpasst — ein solches wäre an keiner der Salzburger Heimstätten durchführbar: weder in der Myphone-Arena in Salzburg-Maxglan, die kürzlich fertig gestellt wurde, noch im heimeligen Landesliga-Stadion In der Au (Schwanenstadt). Dort hatten die Behörden bereits nach dem Wacker-Geisterspiel weitere Hochsicherheitsspiele untersagt.

Doch es scheint angesichts der Entwicklung rund um die Austria kaum vorstellbar, dass die Bundesliga-Verantwortlichen nach diesem Lizenzverstoß auf Sanktionen verzichten. Und auch die Frage, wie man den Salzburgern angesichts der Stadionsituation überhaupt eine Zulassung für die zweithöchste Spielklasse erteilen konnte, bleibt vorerst unbeantwortet.


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