Europas Leitbörsen zur Eröffnung schwächer erwartet

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Europas Leitbörsen dürften nach der jüngsten Gewinnserie am Dienstag erst einmal verhalten in den Handel s...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Europas Leitbörsen dürften nach der jüngsten Gewinnserie am Dienstag erst einmal verhalten in den Handel starten. Zum Wochenstart hatte der Eurozonen-Leitindex bereits an Dynamik verloren und war marginal ins Minus gefallen. Der Future auf Euro-Stoxx-50 stand am Dienstagmorgen rund ein viertel Prozent unter seinem Niveau zum europäischen Handelsschluss.

Der X-DAX stand am Morgen bei 10.093 Punkten und damit um 0,27 Prozent unter dem Xetra-Schluss. Der X-DAX zeigt den außerbörslichen Wert des deutschen Leitindex. Leichter Gegenwind kam aus Asien: Die japanische Börse und der CSI-300-Index mit den 300 größten chinesischen Aktienwerten lagen im Minus.

In Deutschland gaben frische Geschäftszahlen schon einmal einen Vorgeschmack auf die heiße Phase der Berichtssaison. Während der Autozulieferer Leoni die Anleger mit einem unerwartet pessimistischen Blick auf dieses und das kommenden Jahr schockte, sorgte SAP mit seinen Ergebnissen für Freude. Europas größter Softwarekonzern verdiente im dritten Quartal operativ überraschend viel, wie das Unternehmen in der Nacht bekannt gab.

SAP habe die Markterwartungen durch die Bank übertroffen, schrieb Analyst Mark Moerdler von dem US-Analysehaus Bernstein Research. Das Unternehmen habe die Stärken im Kerngeschäft unter Beweis gestellt und zudem seine Einschätzung bestätigt, dass die Neuausrichtung in die Cloud zu Umsatzsteigerungen führe. Im vorbörslichen Handel beim Broker Lang & Schwarz (L&S) stiegen die Aktien um rund 5 Prozent.

Bei Leoni indes war der Gewinn im dritten Quartal überraschend gesunken. Nach Unternehmensangaben bereitete die Bordnetz-Sparte Probleme. Im vierten Quartal dürfte die schwächere Entwicklung des Geschäftsbereichs das Ergebnis weiter belasten, hieß es. Leonie gab in der Folge sein Gewinnziel auf. Die Reaktion der Anleger fiel deutlich aus: Bei L&S sackten die Papiere um mehr als 17 Prozent ab. Im Sog dessen gaben auch die Papiere des Zulieferers ElringKlinger vorbörslich um mehr als 2 Prozent nach.

Die ebenfalls im MDAX der mittelgroßen Werte notierten Anteilsscheine von Hochtief büßten bei Lang & Schwarz knapp 4 Prozent ein. Der Baukonzern hat seinen zweitgrößten Aktionär verloren. Der Investmentarm des Golfstaates Katar, die Qatar Investment Authority, teilte den Komplettausstieg aus dem deutschen Unternehmen mit. Der zehnprozentige Anteil wurde für 77 Euro je Aktie verkauft.

Darüber hinaus dürften auch Analysteneinschätzungen die Kurse bewegen. So empfahl das Analysehaus S&P Capital IQ die in den letzten Monaten arg gebeutelten Aktien der Versorger Eon und RWE zum Kauf. Die Ergebnisse des Atom-Stresstests sollten auch mit Blick auf die unter Druck stehenden Kreditratings für Erleichterung sorgen, schrieb Analyst Ahmad Halim. Für die Papiere ging es bei L&S um jeweils mehr als 1 Prozent nach oben.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA062 2015-10-13/08:38


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