Europas Leitbörsen im Frühhandel einheitlich schwächer

Frankfurt am Main (APA) - Europas Leitbörsen sind am Dienstag einheitlich schwächer in den Handel gestartet. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 1...

Frankfurt am Main (APA) - Europas Leitbörsen sind am Dienstag einheitlich schwächer in den Handel gestartet. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 10.15 Uhr mit minus 1,48 Prozent oder 48,17 Punkte bei 3.199,16 Einheiten. Der DAX in Frankfurt fiel 1,02 Prozent oder 103,46 Zähler auf 10.016,37 Punkte. In London zeigte sich der FTSE-100 mit minus 0,66 Prozent oder 41,97 auf 6.329,21 Punkte.

Leichter Gegenwind kam aus Asien: Die japanische Börse und chinesischen Aktienwerte lagen im Minus. Vor allem dürfte der schwache Außenhandel Chinas belastet haben. Sorgen bereitet der starke Importrückgang, der sich im September noch einmal beschleunigt hat. Der jetzt elfte Rückgang in Folge ist ein Indiz für die lahmende Binnenkonjunktur der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft.

Zudem wird die deutsche Regierung aller Voraussicht nach ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr leicht senken, die für das kommende Jahr aber bei 1,8 Prozent stabil halten. „Stand heute ist, dass wir für 2016 bei 1,8 Prozent bleiben“, sagte ein Regierungsvertreter. Auch im Frühjahr hatte die Regierung bereits diesen Wert erwartet. Nunmehr rechne die Regierung nur noch mit einem Zuwachs bei der Wirtschaftsleistung von 1,7 Prozent im laufenden Jahr, nachdem die Schätzung im Frühjahr noch bei 1,8 Prozent gelegen war.

Branchenseitig gewannen vor allem Aktien von Lebensmittel- und Getränkeunternehmen. Die Papiere von Anheuser Busch Inbev stiegen 1,88 Prozent. Der weltgrößte Brauer übernimmt den Branchenzweiten SABMiller. Beide Konzerne hätten eine Grundsatzeinigung über das Kaufangebot erzielt. Der „Beck‘s“-Produzent mit Sitz in Belgien zahle 44 Pfund pro Aktie des britischen Rivalen. SABMiller ist damit 71,2 Mrd. Pfund wert und die Aktien sprangen satte 8,45 Prozent höher.

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Allerdings muss sich Anheuser-Busch InBev möglicherweise gegen Vorwürfe von Machtmissbrauch in den USA gefast machen. Insidern zufolge habe das Unternehmen Zwischenhändler gekauft, um den Vertrieb von Bieren kleiner Brauereien einzuschränken.

Ebenfalls aus dem Sektor stiegen die Aktien von Heineken um 1,55 Prozent. Die Papiere von Remy Cointreau legten nur 0,16 Prozent zu, obwohl einen Bloomberg-Bericht zufolge der Verbrauch von Champagner im Vergleich zum vergangenen Jahr gestiegen ist.

Klarer Verlierer ist der Automobilsektor. Kursverluste in Asien und eine Gewinnwarnung des Autozulieferers Leoni haben den Anlegern am Dienstag die Stimmung verdorben. Nach Angaben von Leoni bereitete die Bordnetz-Sparte Probleme. Im vierten Quartal dürfte die schwächere Entwicklung des Geschäftsbereichs das Ergebnis weiter belasten, hieß es. Leonie gab in der Folge sein Gewinnziel auf. Die Reaktion der Anleger fiel sehr deutlich aus: Die Papiere sackten knapp 29 Prozent ab. Auch andere Zulieferer sackten deutlich ab. So fielen Continental-Titel 3,16 Prozent und Dürr über 6 Prozent.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA155 2015-10-13/10:37


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