Was geschah mit Flug MH17?

Den Haag/Kiew (APA/dpa) - 15 Monate nach dem Abschuss des Passagierfluges MH17 über der Ostukraine legt der niederländische Sicherheitsrat a...

Den Haag/Kiew (APA/dpa) - 15 Monate nach dem Abschuss des Passagierfluges MH17 über der Ostukraine legt der niederländische Sicherheitsrat an diesem Dienstagnachmittag seinen Abschlussbericht zur Ursache vor. Die Maschine der Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 über dem Konfliktgebiet Donbass offenbar von einer Rakete getroffen worden. Alle 298 Menschen an Bord wurden getötet.

Da die meisten Opfer Niederländer waren, leitet das Land auch die strafrechtliche sowie die technische Untersuchung. Fragen und Antworten zur Katastrophe:

Was wissen wir zum MH17-Absturz?

Unumstritten ist, dass die Passagiermaschine über dem Kriegsgebiet abgeschossen wurde. Der niederländische Sicherheitsrat schloss in seinem ersten Zwischenbericht zur Ursache im September 2014 technisches und menschliches Versagen sowie einen Terroranschlag aus. Sehr wahrscheinlich wurde die Maschine von einer Rakete des bodengestützten Luftabwehrsystems Buk getroffen. Das legt auch ein Bericht der Zeitung „de Volkskrant“ vom Dienstag nahe, der mit der Untersuchung vertraute Quellen zitiert.

Wer feuerte die Rakete ab?

Dies ist strittig. Die Ukraine erklärt, dass Russland das Buk-System in das Separatistengebiet geliefert hat und diese die Maschine abschossen. Russland weist dies zurück und macht die Ukraine verantwortlich. Nur die ukrainische Armee habe zum Zeitpunkt des Absturzes eine funktionstüchtige Buk und geschultes Personal besessen. Laut „de Volkskrant“ wurde die Rakete aus dem von pro-russischen Rebellen kontrollierten Gebiet abgefeuert.

Gibt es Beweise für eine Schuld Russlands oder der Separatisten?

Das internationale strafrechtliche Ermittlerteam veröffentlichte Videos und abgehörte Telefongespräche der Separatisten. Die deuten darauf hin, dass diese über ein Buk-System verfügten und eine Rakete zum fraglichen Zeitpunkt abgefeuert hatten.

Wie reagiert Moskau auf Vorwürfe?

Russland betont stets, im Grunde nicht in die Tragödie im Nachbarland verwickelt zu sein. Gleichwohl verfüge es über „wichtige Hinweise“ zur Aufklärung. Moskau kritisiert die internationalen Untersuchungen als voreingenommen. Der Kreml gibt der Ukraine auch eine Mitschuld an der Tragödie, weil sie trotz bekannter Gefahren den Luftraum über dem Gebiet nicht komplett gesperrt hatte.

Werden die Verantwortlichen jemals bestraft werden?

Russland hatte mit einem Veto im Weltsicherheitsrat die Errichtung eines UNO-Tribunals zu MH17 verhindert und dies damit begründet, dass die Untersuchungen noch gar nicht abgeschlossen seien. Nun wollen die am meisten von der Katastrophe betroffenen Länder ein internationales Tribunal errichten. Allerdings ist es offen, wie Moskau reagiert, wenn das Tribunal russische Verdächtigte vorlädt.


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