Wien-Wahl: FPÖ wächst weiter - aber in Wien nicht so weit wie erhofft

Wien (APA) - Nach der Flaute 2013/14 läuft es jetzt wieder für die FPÖ. Gleich zwei Wochen nach Oberösterreich toppte Heinz-Christian Strach...

Wien (APA) - Nach der Flaute 2013/14 läuft es jetzt wieder für die FPÖ. Gleich zwei Wochen nach Oberösterreich toppte Heinz-Christian Strache in Wien den FPÖ-Landtagswahlrekord außerhalb Kärntens. Aber die blauen Bäume wuchsen nicht ganz in den Himmel: Straches Plus blieb weit unter den jüngsten Rekord-Zuwächsen. Und er wurde nicht Erster und Bürgermeister in Wien

SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl ging klar als Sieger aus dem von Strache ausgerufenen „Duell“ hervor - wenngleich die Blauen den Roten mit 8,8 Punkten Distanz nahe kamen wie nie zuvor in der Bundeshauptstadt.

Parteiintern setzte Strache mit seinen 30,79 Prozent - zwei Wochen nach dem Oberösterreicher Manfred Haimbuchner - ganz knapp eine neue Rekordmarke für das beste Landtags- und Bundeswahlergebnis außerhalb Kärntens. Das beste Ergebnis in Kärnten waren die 44,89 Prozent, die LH Gerhard Dörfler (unter der Marke BZÖ) kurz nach Haiders Tod 2009 gelangen.

Wien ist das vierte Land, in denen die FPÖ über den Rekorden der Ära Haider liegt. Die drei anderen Länder sind die, in denen ebenfalls heuer gewählt wurde - ebenfalls im Zeichen der Flüchtlingskrise: Burgenland, Steiermark und Oberösterreich. Wobei der FPÖ in Oberösterreich gelang, erstmals die SPÖ zu überholen und Zweite zu werden. In Wien blieb Strache auf Rang 2, auch in Vorarlberg liegt die FPÖ dort.

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Wesentlich besser als der Bundesparteichef - bei freilich niedrigerer Ausgangsbasis - schnitten Straches heurige Wahlkollegen ab, was den Zuwachs betrifft: Mario Kunasek gelang (mit 16,1 Punkten) das größte, Haimbuchner (mit 15,1) das zweitgrößte Plus, das je eine Partei bei einer Landtagswahl holte. Im Burgenland wuchs die FPÖ im Mai weit nicht so stark, aber auch mehr als die Wiener (6,1 Punkte). Und Johann Tschürtz schaffte etwas, was Strache verwehrt bleibt: Er kam in die - jetzt rot-blaue - Regierung und ist damit der einzige „echte“ blaue Koalitionspartner österreichweit. In Oberösterreich hat die FPÖ ebenfalls Chancen auf eine Regierungspartnerschaft.

In Summe eilte die FPÖ heuer wieder von Erfolg zu Erfolg - nachdem es zu Beginn der zweiten Landtagswahlrunde unter Strache so ausgesehen hatte, als wäre die Zeit der Konsolidierung vorbei: Nach dem skandal- und affärenbedingten Debakel in Kärnten setzte es 2013/14 auch in Niederösterreich, Tirol und Vorarlberg Verluste; bei der NR-Wahl gab es ein mäßiges, in Salzburg (dank Finanzskandal) und bei der EU-Wahl ein größeres Plus.

Die Ergebnisse der FPÖ bei Nationalrats- und Landtagswahlen seit 2008:

~ Wahl Datum Stimmen St.anteil +/- Anteil

absolut Prozent Prozentp.

NÖ 09.03.2008 105.748 10,47 +5,98 TIROL 08.06.2008 41.788 12,41 +4,44 NR 28.09.2008 857.029 17,54 +6,50 KÄRNTEN 01.03.2009 159.926 44,89 +2,46 (BZÖ/FPK) SALZBURG 01.03.2009 36.845 13,02 +4,33 EU 07.06.2009 364.207 12,71 +6,40 VORARLBERG 20.09.2009 44.562 25,12 +12,18 OÖ 27.09.2009 130.937 15,29 +6,89 BURGENLAND 30.05.2010 16.970 8,98 +3,23 STEIERMARK 26.09.2010 70.708 10,66 +6,10 WIEN 10.10.2010 194.517 25,77 +10,94 KÄRNTEN 03.03.2013 54.634 16,85 -28,04 NÖ 03.03.2013 80.122 8,21 -2,26 TIROL 28.04.2013 29.594 9,34 -3,07 SALZBURG 05.05.2013 45.387 17,03 +4,01 NR 29.09.2013 962.313 20,41 +2,97 EU 25.05.2014 556.835 19,72 +7,01 VORARLBERG 21.09.2014 39.892 23,42 -1,70 BURGENLAND 31.05.2015 27.964 15,04 +6,06 STEIERMARK 31.05.2015 173.332 26,76 +16,10 OÖ 27.09.2015 263.985 30,36 +15,29 WIEN 11.10.2015 256.448 30,79 +5,02 ~ ( 0647-15, Format 88 x 226 mm)

~ WEB http://www.fpoe.at ~ APA203 2015-10-13/11:18


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