Die giftigsten Zeitgenossen

Kürzlich starb eine junge deutsche Urlauberin nach dem Kontakt mit einer Würfelqualle. Eine Expertin vom Innsbrucker Alpenzoo klärt über die giftigsten Tiere der Welt auf.

© iStock

Von Theresa Mair

Innsbruck –Das Bad im Meer – ein Urlaubstraum. Oder Albtraum. Vergangene Woche wurde einer deutschen Touristin der Badeurlaub auf der thailändischen Insel Koh Samui zum Verhängnis. Sie starb, nachdem sie mit den bis zu drei Meter langen Tentakeln einer Würfelqualle in Berührung gekommen war.

„Wie der Schlag mit einer brennenden Peitsche“ fühle sich die Berührung mit dem Meerestier an, sagte John Ens, Vizechef des Hotelverbands von Koh Samui der Deutschen Presse Agentur. Essigwasser sei dann das einzig wirksame Mittel. Es lindere die Schmerzen und verhindere, dass das Nervengift weiter in den Körper eindringt.

Das Gift der Qualle gehört zu den gefährlichsten der Welt. „Es blockiert die Muskeln, die Atmung setzt aus“, sagt Christiane Böhm die Leiterin des Forschungs- und Lehrinstituts im Innsbrucker Alpenzoo. Die Qualle selbst brauche das Gift, um ihre Beute verdauen zu können. „Die Dosis macht das Gift“, stellt Böhm klar. Manche Tiergifte seien für den Erwachsenen harmlos, für Kinder aber gefährlich. Ein Bienenstich sei für viele unproblematisch, für Allergiker aber lebensgefährlich.

Tiere brauchen Gift laut Böhm zum Beutefang oder um sich selbst vor Feinden zu schützen. Die Zusammensetzung ist unterschiedlich: „Manche Gifte wirken auf das Herz, wie z. B. das der Kobra oder von Kröten. Andere zersetzen die Blutkörperchen, man verblutet innerlich“, sagt Böhm. Das Gift der Grubenotter zerstöre die Muskelzellen. Es gebe Gifte, die gefäßverengend wirken und Nervengifte, die zu einem Atemstillstand führen können. Die meisten Schlangen hätten eine Kombination mehrerer Gifte, auch die Dosis könnten sie sich einteilen. Die Expertin schätzt, dass wohl die meisten giftigen Tiere in Australien anzutreffen sind. Angst vor einer Reise auf den roten Kontinent sei aber nicht angebracht. Sie rät dazu, sich vorab zu informieren und Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten.

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Giftige Tiere

Der Taipan haut ein Heer um

11:28 Uhr

Der Inlandtaipan ist in Australien heimisch und laut Christiane Böhm das giftigste Tier der Welt. Die Giftmenge der Schlange reiche aus, um 200 Menschen umzubringen. Das Gute: Er sei – im Gegensatz zu seinem Verwandten, dem flinken Küstentaipan – nicht sehr aggressiv.

Beißfaule Tirolerin

11:29 Uhr

Das giftigste Tier in Tirol ist die Kreuzotter. Sie gilt laut der Expertin aber als „beißunwillig“. Ihr Gift könne aber für chronisch Kranke und Kinder gefährlich werden. Bei einem Biss solle man ruhig bleiben und ins Krankenhaus fahren, wo man mit Antihistaminika behandelt werde.

Tödlicher Giftzwerg

11:30 Uhr

Zu den kleinsten giftigen Tieren gehören Spinnen. Die giftigste ist die Sydney-Trichternetzspinne. Wird man von der achtbeinigen Australierin gebissen, kann laut Böhm innerhalb von 80 Minuten der Tod eintreten. Inzwischen sei aber ein Gegengift entdeckt worden.

Giftige Umarmungen

11:31 Uhr

Alpenzoo-Expertin Böhm geht davon aus, dass die Portugiesische Galeere das größte unter den giftigen Tieren ist. Die Tentakel der Qualle würden bis zu 35 Meter lang. Diese könnten abreißen und seien quasi unsichtbar. Rund 50 Menschen sterben jedes Jahr nach Berührungen.

Schöne Schale, gefährlicher Zahn

12:02 Uhr

Im Meer tummeln sich einige der giftigsten Tiere der Welt. Dazu gehören neben dem Steinfisch, dem Kugelfisch und Wasserschlangen auch die Kegelschnecken, die durch ihre schöne Schale zum Angreifen animieren. Vorsicht: Die Tiere schießen mit einem Giftzahn auf ihre Beute.

Tödliche Vergiftungen

12:03 Uhr

Jährlich sterben laut Böhm etwa 100.000 Menschen nach einem Schlangenbiss. Aber auch Skorpione hätten es in sich: Ihr Gift bringe rund 3000 Menschen um. Bei Verkehrsunfällen würden im Vergleich 1,2 Millionen sterben, 500.000 durch Schusswaffen, sagt Böhm.


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