Vulkan, Meteor oder ein ganz normaler Bergsturz

Bis morgen tagen Praktiker und Wissenschafter beim 17. Geoforum in Niederthai. Der Abendvortrag behandelt den Bergsturz von Köfels.

Die Trümmerlandschaft im Bergsturzgebiet von Köfels gibt Rätsel auf. Das Vorhandensein von Bimsstein ließ sogar Theorien von Vulkanausbrüchen und Meteoriteneinschlägen aufkommen.
© Landesgeologie

Von Alexander Paschinger

Umhausen –Wenn es Herbst wird, dann zieht man meist Bilanz. Und seit 17 Jahren treffen sich Wissenschafter und Praktiker rund um die Geologie im Umhausener Weiler Niederthai, um die aktuellen und wahrlich bewegenden geologischen Momente des abgelaufenen Jahres zu besprechen – auf Einladung der Tiroler Landesgeologie unter Gunther Heißel und Petra Nittel. Die heute und morgen stattfindende Tagung stellt daher auch im besonderen Maße „die Unwetterkatastrophe des heurigen Jahres im Sellrain“ in den Mittelpunkt, wie Heißel erklärt.

Daneben finden natürlich auch andere Themen aus den Regionen ihren Raum. Der Bezirk Landeck etwa werde „durch mehrere Beiträge im Raum Gepatsch angesprochen“. Aber auch die Gipsproblematik im Zusammenhang mit den Stollenvortrieben für das GKI werde im Tagesprogramm berücksichtigt, erklärt der Landesgeologe.

Gipskarst spielt natürlich auch für das Außerfern eine besondere Rolle. So wird auch der Methangas-Austritt im Raum Reutte behandelt. Daneben kommt aber auch „die interdisziplinäre Betrachtungsweise mit den Felsstürzen am Vilsalpsee“ zur Sprache.

Im Unterland hat das Forum diesmal den Hangrutsch von Maria Rast im Zillertal im Visier. Außerdem erklärt der Landesgeologe, dass auch Gemeinden des Bezirkes Schwaz „vom Gipskarst betroffen“ seien. Im Bezirk Imst, wo ja das Geoforum seit seinem Bestehen stattfindet, wird unter anderem auch über Geschiebemessungen an der Rofen­ache im hintersten Ötztal berichtet.

Dazu kommt aber auch der heute Abend stattfindende Publikumsvortrag, der von Landesgeologe Gunther Heißel selbst gehalten wird. Es geht ab 19.30 Uhr im Tagungssaal um den „Bergsturz von Köfels – eine Trümmerlandschaft mit Rätseln“.

„Im Wesentlichen“, verrät Heißel vorab, „geht es um die drei Theorien des Bergsturzes.“ Im Mittelpunkt steht das damals entstandene Bimsgestein. Dieses könnte nämlich entweder durch einen Vulkanausbruch entstanden sein. Oder, wie Theorie Nummer 2 besagt, durch die Reibungshitze infolge eines Bergsturzes. Und als dritte Theorie gilt auch noch ein Meteoriteneinschlag, der das Großereignis ausgelöst haben könnte. „Oder es gibt einen ganz anderen Ansatz“, gibt sich Heißel geheimnisvoll. Der Eintritt ist frei.


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