VBM Schuster wird heiß gehandelt

Immer öfter ist in Reutte in der Frage des ÖVP-Spitzenkandidaten der Name Elisabeth Schuster zu hören. Die 58-Jährige ist geschmeichelt, betont aber, dass keine offizielle Entscheidung der Gremien gefallen ist.

© Helmut Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

Reutte –Marktchef Alois Oberer scheint sicher einen Gegenkandidaten bei der Bürgermeisterdirektwahl am 28. Februar zu bekommen. Die ÖVP hat eine eigene Kandidatur ja schon länger angekündigt, kann aber keine auserwählte Person benennen, da die Gremien noch immer nicht entschieden haben. Der Wahlkampf solle überhaupt nicht vor November starten, wissen Insider. Davor übt man sich in Zurückhaltung. Eine Übung, die die Bevölkerung keineswegs mitmacht. Hier ist im Markt ein Name immer öfter zu hören – jener von Vizebürgermeisterin Elisabeth Schuster. Angesprochen auf die Tatsache, gibt sie sich überrascht – und geschmeichelt. „Das freut mich wirklich sehr, wenn mein Name so heiß gehandelt wird.“

Der Hintergrund: Der bisherige ÖVP-Listenführer VBM Dietmar Koler, der 2010 bei der Bürgermeisterwahl gegen Shootingstar Alois Oberer nur mit 19 Stimmen unterlegen war, tritt nicht mehr als Frontmann an, kann sich aber vorstellen, weiter als Gemeinderat tätig zu sein. Die Volkspartei, derzeit mit acht Mandaten mit Abstand stärkste Gruppierung im 17-köpfigen Kommunalparlament, ist seit Kolers Klarstellung auf der Suche nach ihrer neuen Nummer eins. Das Interregnum dauert nun schon Monate an.

In einer Umfrage der Landes-ÖVP über das Image möglicher Kandidaten wurde neben Schuster auch NR Elisabeth Pfurtscheller, die nicht auf zwei Hochzeiten tanzen will, abgefragt. Weiters wurde die Reputation von Kaufmannschaftsobmann Christian Senn erhoben. Er würde sich als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung stellen, als absoluter Politnewcomer scheint ihm aber der Rückhalt der VP-Fraktion zu fehlen. VP-Bezirkssekretär Klaus Schimana schließt eine Kandidatur gleich dezitiert wie Vorstand Ernst Hornstein aus. Und den Namen eines von der Landespartei favorisierten unerfahrenen Neueinsteigers hat die Gruppe wegen der Erfahrungen vergangener Wahlgänge verworfen. Bleibt Elisabeth Schuster – und die will.

Die Sozialausschussobfrau kam 1992 in die Gemeindepolitik – auf der SPÖ-Liste. Vor sieben Jahren wechselte sie nach Bruch mit dem damaligen Gemeindechef Helmut Wiesenegg unter öffentlichem Getöse zur ÖVP. Inzwischen fünffache Oma hat Schuster noch andere Karrierepläne abseits der Familie, von der sie in Sachen Kandidatur stark unterstützt wird. Das familiäre „Go“ wäre jedenfalls da. „Ich wäre die erste Frau, die sich für solch ein Amt in Reutte bewirbt“, sagt die 58-Jährige: „Mir ist schon klar, wie schwer es ist, gegen einen amtierenden Bürgermeister anzutreten. Verlieren ist da immer möglich. Dieses Risiko würde ich in Kauf nehmen.“

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Als kleines Manko ihrer Gruppierung sieht sie die „vergessene“ Öffentlichkeitsarbeit der letzten Jahre an. „Vieles ist nach unseren Ideen entstanden, Reutte steht super da. So war aber nur Bürgermeister Oberer immer medial präsent. Wir wollten jedoch für den Markt arbeiten und öffentlichen Streit vermeiden. Denn das brauchten die Bürger in Reutte nach den Erfahrungen der Vergangenheit als Allerletztes.“ Schusters Resümee auf die TT-Anfrage – sie ist erfreut, dass ihr Name bei vielen ministrabel erscheint und würde es tun. Den Auftrag der Fraktion dazu hat sie noch nicht.

Bürgermeister Alois Oberer, selbst SPÖ-Mitglied, erklärt, dass seine unabhängige Liste praktisch zu 100 Prozent steht. „Eine endgültige Reihung gibt es noch nicht, die Präsentation der Liste könnte sogar erst im Jänner erfolgen. Wir denken an einen sehr kurzen Wahlkampf.“


Kommentieren


Schlagworte