43-Jähriger wegen Mordversuchs an Freundin in Graz vor Gericht

Graz (APA) - Im Grazer Straflandesgericht ist am Donnerstag der Prozess gegen einen 43-Jährigen wegen versuchten Mordes fortgesetzt worden. ...

Graz (APA) - Im Grazer Straflandesgericht ist am Donnerstag der Prozess gegen einen 43-Jährigen wegen versuchten Mordes fortgesetzt worden. Er soll im Jänner seine Lebensgefährtin aus Eifersucht geschlagen, getreten und mit einem Messer schwer verletzt haben. Laut Gutachterin wäre die Attacke lebensgefährlich gewesen, hätte das Opfer nicht die Hand wegschlagen und den Stich in den Oberschenkel ablenken können.

Den Angeklagten, der sich nicht schuldig bekannte, bezeichnete Staatsanwalt Christian Kroschl als „massiv eifersüchtigen Menschen.“ Die Frau war in der Nacht auf 30. Jänner in Lokalen unterwegs gewesen, als sie heimkam, war ihr Freund bereits alkoholisiert. Die beiden begannen heftig zu streiten, der Angeklagte soll auf seine Lebensgefährtin mit einer Schnapsflasche eingeschlagen und sie auch noch getreten haben. Dann zog er sie an den Haaren hoch, setzte sie auf einen Sessel und sagte zu einem anwesenden Bekannten: „Miro, hol mir das Messer“. Dann soll er versucht haben, ihr einen Stich ins Herz zu versetzten, doch sie konnte sie Hand wegschlagen, sodass er nur ihren Oberschenkel verletzte.

„Ich wollte sie nicht umbringen, ich bin ausgerastet“, meinte er. Die Sache mit dem Messer war ganz anders, er hob es vom Boden auf und kam damit irgendwie an ihren Schenkel. Gerichtsmedizinerin Regina Gatternig erläuterte, dass ein Stich in Richtung Herz, wie ihn das Opfer geschildert hatte, lebensgefährlich gewesen wäre. Auch wenn er nicht das Herz, sondern Lunge, Leber oder Milz getroffen hätte, hätte „absolute Lebensgefahr“ bestanden.

Der zweite Beschuldigte - er ist als Beitragstäter angeklagt, weil er seinem Freund das Messer gereicht haben soll - sah zwar die Frau wie sie „zitternd und blutig“ am Boden lag, will dann aber aus der Wohnung gerannt sein. Das Messer habe er nur vorsichtig weggelegt, damit sich niemand verletze.

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Die schwer verletzte Frau konnte zu einer Nachbarin flüchten, die die Rettung verständigte. Ihr Freund hatte ihr als Erste-Hilfe-Maßnahme Wasser über den Kopf geschüttet.

Ein Urteil der Geschworenen wurde für den Nachmittag erwartet.


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