Kritik an türkischer Regierung nach Anschlag von Ankara wächst

Ankara (APA/AFP) - In der Türkei wächst nach dem Anschlag von Ankara die Kritik an der Regierung. Trotz einer Nachrichtensperre berichteten ...

Ankara (APA/AFP) - In der Türkei wächst nach dem Anschlag von Ankara die Kritik an der Regierung. Trotz einer Nachrichtensperre berichteten die Zeitungen auch am Donnerstag in großer Aufmachung über die Suche nach den Attentätern.

Die regierungskritische Tageszeitung „Birgün“ betonte auf ihrer Titelseite, sie erkenne die Nachrichtensperre nicht an. Die Regierung solle nicht die Medien stoppen, sondern die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Auch regierungsnahe Zeitungen berichteten weiter über den Anschlag. Die Opposition verstärkte ihre Kritik am Versagen der Behörden im Vorfeld der Gewalttat.

Zwei mutmaßliche IS-Anhänger hatten sich am Samstag in Ankara bei einer Friedensdemonstration in die Luft gesprengt und mindestens 99 Menschen getötet. Laut Presseberichten machte die Polizei türkische IS-Sympathisanten als Täter aus. Die Staatsanwaltschaft Ankara verbot am Mittwoch „jede Art von Berichten, Interviews, Kritik und sonstige Sendungen“ im Zusammenhang mit dem Anschlag. Dies gelte auch für soziale Medien.

Die Kurdenpartei HDP wirft der Regierung vor, in den Anschlag verwickelt gewesen zu sein. Auch die säkularistische Oppositionspartei CHP hat nach einigen Angaben Belege dafür, dass die Behörden in sträflicher Weise die mutmaßlichen Attentäter gewähren ließen. Seine Partei habe bereits im Sommer auf die IS-Zelle im osttürkischen Adiyaman hingewiesen, aus der die mutmaßlichen Täter kamen, sagte der CHP-Politiker Veli Agaba. Auch hätten sich die Familien der IS-Anhänger an die Polizei gewandt. Dennoch sei nichts geschehen. Diese Untätigkeit gehe über bloßes Versagen hinaus und gleiche einem „Vorsatz“.

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