Weltmissions-Sonntag rückt Philippinen in den Mittelpunkt

Wien (APA) - Die katholische Kirche rückt bei ihrem heurigen Weltmissions-Sonntag am 18. Oktober die Philippinen in den Mittelpunkt. In dem ...

Wien (APA) - Die katholische Kirche rückt bei ihrem heurigen Weltmissions-Sonntag am 18. Oktober die Philippinen in den Mittelpunkt. In dem größten katholischen Land Asiens leben 24 Millionen Menschen unter der Armutsgrenze. Die Philippinen dienen auch als Beispiel, um das große Elend in Teilen der Erde begreifbarer zu machen, sagte der Leiter der österreichischen Missio-Werke, Leo Maasburg, am Donnerstag.

Neben der an sich großen Armut auf den Philippinen kämpft das Land immer noch mit den Auswirkungen des Taifun „Haiyan“, der im November 2013 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 380 Stundenkilometern eine Spur der Verwüstung gezogen hat. Mehr als 6.000 Menschen kamen ums Leben, 4,1 Millionen wurden obdachlos. „Österreich hat uns damals sehr geholfen, dafür möchte ich mich bedanken“, sagte der Missionar Eugene Docoy, der damals die Soforthilfe organisiert hat. 5.600 Häuser konnten dank der Zuwendungen inzwischen gebaut werden, 30.000 Essenspakete wurden ausgegeben und 20.000 Personen medizinisch behandelt.

Ein großes Problem auf den Philippinen ist auch der Menschenhandel, der die Armut in dem Land ausnutzt. „Wenn man nichts mehr zu essen hat, macht man alles, dann verkauft man sogar seine Kinder“, sagte Docoy. Besonders gefährdet sind Mädchen im Alter von 13- bis 17-Jahren, denen oft gut bezahlte Jobs in der Stadt versprochen werden - und die sich dann bereits ab dem ersten Tag ihrer Ankunft in der Prostitution wiederfinden. Die Mädchen würden gezwungen werden, mit bis zu zehn Männern am Tag Sex zu haben. „Sie töten diese Kinder, vielleicht nicht körperlich, aber psychologisch und spirituell“, meinte der Missionar.

Neben der Prostitution hat der Menschenhandel noch weitere Aspekte: In die wirtschaftlich boomenden Metropolen Asiens würden sowohl Männer als auch Frauen als „Arbeitssklaven“ verschifft werden. Zudem werden den Betroffenen auch Organe für den illegalen Handel entnommen. Docoy versucht gemeinsam mit seinem Team, in den ländlichen Gegenden vor den Menschenhändlern zu warnen. Direkt eingreifen können sie nicht. „Das sind Gangster, die auch vor Mord nicht zurückschrecken, es ist sehr gefährlich“, erklärte der Missionar.

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Einen anderen Aspekt der bitteren Armut auf den Philippinen beschrieb die Ordensschwester Anne Healy. Sie kümmert sich gemeinsam mit ihren Mitschwestern um obdachlose Kinder, die in der Stadt Cebu City mit ihren Familien am Friedhof leben müssen. „Dort haben sie bei den Grabdenkmälern wenigstens ein Dach über dem Kopf und können ein kleines Feuer machen, um ihr Essen zu kochen“, erzählte Healy. Die Missionarinnen versuchen, den Kindern in einer Tagesschule zumindest eine Perspektive zu geben.

(S E R V I C E: Spendenkonto: PSK Päpstliche Missionswerke, IBAN: AT96 6000 0000 0701 5500; BIC (SWIFT-Code): OPSKATWW. Online: http//www.missio.at)


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