Krisendiplomatie in Serbien nach deutschen Forderungen zu Kosovo

Belgrad/Prishtina (Pristina) (APA/dpa) - Neue Forderungen Deutschlands an Serbien, die jahrzehntelange Kosovo-Krise durch Zugeständnisse end...

Belgrad/Prishtina (Pristina) (APA/dpa) - Neue Forderungen Deutschlands an Serbien, die jahrzehntelange Kosovo-Krise durch Zugeständnisse endlich zu lösen, haben am Donnerstag eine Krisendiplomatie bei dem EU-Kandidaten ausgelöst. Regierungschef Aleksandar Vucic beriet mit dem Staatspräsidenten Tomislav Nikolic, dem Patriarchen der Orthodoxen Kirche, Irinej, und mit einigen Botschaftern die Lage.

Deutschland mache Fortschritte Serbiens in Richtung EU abhängig von konkreten Kompromissen Belgrads im Kosovo, berichteten die Zeitungen, die Einblick in die schriftlichen Forderungen Berlins genommen haben wollen. Politiker und Medien sprachen von einem „Drama“. Diese „brutale Erpressung“ Deutschlands könne sogar zu vorzeitigen Parlamentswahlen führen. „Eher werde ich aus der Regierung austreten, als dass ich die Freundschaft mit den Deutschen verderbe“, sagte Vucic der Zeitung „Kurir“ am Donnerstag.

Nach diesen Informationen will Berlin der Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen erst dann zustimmen, wenn Belgrad im Kosovo-Konflikt nachgegeben hat. Danach soll Serbien die Finanzierung seiner Minderheit im Kosovo stoppen und die Kosovo-Serben anhalten, sich in den fast nur noch von Albanern bewohnten Staat zu integrieren. Die frühere serbische Provinz Kosovo ist seit über sieben Jahren unabhängig. Serbien erhebt aber immer noch Ansprüche auf dieses Territorium. Der Kosovo ist inzwischen von 111 Staaten völkerrechtlich anerkannt.

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