Flüchtlinge - Bericht: Tsipras will in Brüssel Krisenhilfe anfordern

Athen/Brüssel (APA/AFP) - Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras fordert von den EU-Partnern mehr Hilfe bei der Bewältigung der Flüchtl...

Athen/Brüssel (APA/AFP) - Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras fordert von den EU-Partnern mehr Hilfe bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise. Tsipras werde auf dem EU-Gipfel am Donnerstag in Brüssel um die Entsendung von Grenzschützern und die raschere Freigabe von EU-Mitteln bitten, berichtete die Athener Zeitung „Kathimerini“. Außerdem sollten die besonders betroffenen Ägäis-Inseln Unterstützung erhalten.

In Griechenland sind in diesem Jahr nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex rund 350.000 Flüchtlinge eingetroffen. Tsipras hatte am Mittwoch mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Telefon über die Krise beraten. Der Zeitung „Ta Nea“ zufolge sagte er dabei, es sei „vernünftiger“, dem Flüchtlingsandrang schon in der Türkei zu begegnen, bevor die Menschen Griechenland erreichen. Die griechische Regierung wollte zu den Berichten zunächst keine Stellungnahme abgeben.

Auf der griechischen Insel Lesbos wird am Freitag ein sogenannter Hotspot seine Arbeit aufnehmen: Mit Unterstützung von Frontex-Mitarbeitern und Asylexperten aus anderen Mitgliedstaaten sollen Flüchtlinge identifiziert und registriert werden. Einwanderer mit Asylchancen sollen dann umgesiedelt, die anderen abgeschoben werden. EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulos und Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn reisen am Freitag auf die Insel, um sich die Arbeit der Unterstützungsteams anzuschauen und die ersten Aufnahmelager auf der Insel zu besuchen. Avramopoulos sprach am Donnerstag von einem „wichtigen Schritt“, um die Flüchtlingskrise zu bewältigen.

Allerdings haben die EU-Mitgliedstaaten dem Aufruf von Frontex, Fachleute und Grenzschützer nach Griechenland und Italien zu schicken, noch nicht ausreichend Folge geleistet. Von den 775 Beamten, die Frontex anforderte, wurden bisher erst 48 zugesagt. Die EU-Kommission unterstützt daher den Aufruf von Tsipras, mehr Personal bereitzustellen.


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