Palästinenser rufen zu „Freitag der Revolution“ auf

Jerusalem (APA/AFP) - Nach einem Tag relativer Ruhe in Israel und den Palästinensergebieten haben die palästinensischen Organisationen zu ei...

Jerusalem (APA/AFP) - Nach einem Tag relativer Ruhe in Israel und den Palästinensergebieten haben die palästinensischen Organisationen zu einem „Freitag der Revolution“ aufgerufen. Im israelisch besetzten Westjordanland und im Gazastreifen waren im Anschluss an das muslimische Freitagsgebet Demonstrationen vorgesehen.

US-Außenminister John Kerry reist angesichts der jüngsten Eskalation der Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern in den kommenden Tagen in den Nahen Osten. Die israelische Polizei kündigte am Donnerstagabend an, zum Freitagsgebet auf dem Jerusalemer Tempelberg würden aus Sicherheitsgründen nur Männer im Alter von über 40 Jahren zugelassen. Der Tempelberg ist das wichtigste Heiligtum im Judentum und nach Mekka und Medina das drittwichtigste Heiligtum im Islam.

Nach Angaben der israelischen Armee werden am Sonntag 300 Soldaten die in Jerusalem stationierte Polizei verstärken. Schon am Donnerstag zeigten die israelischen Sicherheitskräfte in der zwischen Israelis und Palästinensern umstrittenen Stadt massive Präsenz. Mit Gewehren bewaffnete Polizisten und Grenz-Einsatzkräfte kontrollierten Plätze, Kreuzungen und Straßen und patrouillierten an Stellen, wo sie sonst nicht zu sehen waren.

Das israelische Sicherheitskabinett hatte am Mittwoch die Polizei ermächtigt, die arabischen Viertel in Ost-Jerusalem im Falle von Spannungen abzuriegeln oder eine Ausgangssperre zu verhängen. Weitere Maßnahmen sehen unter anderem vor, die Waffengesetze für Israelis zu lockern. Sechs Armeekompanien werden der Polizei unterstellt, um vor allem die Überwachung der Sperranlage zum Westjordanland zu verstärken. Die Wohnhäuser von Attentätern sollen künftig binnen 72 Stunden zerstört und an ihrer Stelle keine neuen Bauten erlaubt werden.

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Kerry verurteilte am Donnerstag in einer Rede an einer Universität im US-Bundesstaat Indiana die jüngsten „Terrorattacken“ gegen israelische Zivilisten. Mit seiner Ankunft im Krisengebiet wurde frühestens am Montag gerechnet.

Seit Monatsbeginn wurden bereits mehr als 30 Palästinenser getötet, rund die Hälfte davon waren Attentäter, die im Zuge ihrer Anschläge erschossen wurden. Im gleichen Zeitraum starben sieben Israelis bei Attentaten. Die meisten Attentäter kamen aus arabischen Vierteln Ost-Jerusalems. Erst am Dienstag hatten zwei Attentäter in einem Linienbus neben Messern auch eine Schusswaffe eingesetzt und zwei Passagiere getötet. Zudem starb ein Rabbiner, als ein Palästinenser in einem ultraorthodoxen Viertel von Jerusalem mit seinem Auto eine Bushaltestelle rammte.

Israel hatte Ost-Jerusalem nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzt und später annektiert. Die UNO erkennt die Annexion nicht an. Israel betrachtet Jerusalem als seine „unteilbare“ Hauptstadt, während die Palästinenser den Osten der Stadt zur Hauptstadt eines eigenen Staates machen wollen.


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