Kritische Blicke auf geplante Dosierampel in Kufstein
Vom Pilotversuch, der die Mautflucht auf die Bundesstraße eindämmen soll, hält das Kieferer Bündnis für Familie nichts.
Von Michael Mader
Kufstein –Mit Argusaugen wird der Verkehr im Jänner und Februar in der Festungsstadt beobachtet werden. In diesen beiden Monaten soll – wie berichtet – eine so genannte Dosierampel auf der Bundesstraße an der Ortseinfahrt von Kufstein ihren Dienst versehen.
Verkehrsexperten erhoffen sich, durch die geschickte Steuerung der Grün- und Rotphasen den Verkehr durch den Ortsteil Zell auf rund 500 Fahrzeuge pro Stunde beschränken und dadurch flüssig halten zu können. Besonders an den Wochenenden wird dieser Wert im Winter nämlich durch die zahlreichen Skitouristen, die sich die Vignette auf der Autobahn sparen wollen, weit überschritten. Die fatalen Folgen: Vom Stadtteil Zell bis zur südlichen Stadtausfahrt von Kufstein geht verkehrsmäßig so gut wie gar nichts mehr.
Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel hatte sich ja lange gegen die Ampel gewehrt, dem Pilotversuch aber schlussendlich zugestimmt. „Verkehrsexperte Klaus Schlosser glaubt nicht, dass sich der Verkehr dann nach Niederndorf und Ebbs verlagern wird“, sagt Krumschnabel. Er war mit seinem bayerischen Amtskollegen Hajo Gruber vor Kurzem zu einer Besprechung mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe nach Innsbruck gefahren. Gruber habe ihm die Dosierampel noch einmal vorgeschlagen, nachdem sich der Kieferer Gemeinderat dafür ausgesprochen hatte.
Einer Meinung war man bei der Abstimmung in Kiefersfelden allerdings nicht, wie SPD-Gemeinderat Roland Schmidt betont: „Schlussendlich haben aber auch wir zugestimmt.“ Glücklich über den Vorstoß aus Österreich ist er aber nicht. „Kernziel ist, den Autofahrern das Umfahren zu verleiden, indem man künstlich einen Stau und damit lange Wartezeiten auf der Staats- bzw. Bundesstraße zwischen Kiefersfelden und Kufstein produziert. Die Hauptlast trägt die heimische Bevölkerung beidseits der Grenze. Sie muss sich zu verkehrsstarken Zeiten die grenzüberschreitende Fahrt zum Nachbarort abgewöhnen. Kein Einkaufen mehr am Samstag, kein Bekanntenbesuch am Sonntag“, sagt Schmidt als Sprecher des Kieferer Bündnisses für Familie. Er erwartet sich Nachteile für die Bevölkerung und wollte erwirken, dass der Pilotversuch seitens Kiefersfelden auch wieder aufgekündigt werden könne. Damals war aber auch noch die Rede davon, dass die Ampel direkt an der Landesgrenze aufgestellt werden könnte.
Nicht aufgestellt werden übrigens jene Info-Tafeln, die auf der Autobahn den Zeitverlust anzeigen, wenn Fahrzeuglenker auf die Bundesstraße ausweichen wollen und vor Kufstein im Stau stehen. Die Asfinag wollte die Tafeln 2013 in Deutschland aufstellen, das wurde ihr aber verboten. „Die Tafeln sind jetzt in Bludenz im Einsatz“, sagt Asfinag-Abteilungsleiter Martin Kirchmair. Sie stehen für ihn auch nicht zwingend mit der Dosierampel in Zusammenhang. Das seien zwei verschiedene Bausteine.
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