Streichung der Olympia-Abfahrt für Reichelt „eine Frechheit“

ÖSV-Speedstar und FIS-Athletensprecher Hannes Reichelt kann der Diskussion um eine mögliche Streichung von Abfahrt und Super-G aus dem Olympiaprogramm naturgemäß wenig abgewinnen.

ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel und Abfahrts-Ass Hannes Reichelt wollen für die Olympia-Abfahrt kämpfen.
© Gepa

Halten Sie es für denkbar, dass die alpinen Speedbewerbe schon bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking dem Sparstift zum Opfer fallen?

Hannes Reichelt: Wenn man das Internationale Olympische Komitee und seine Vergabepraktiken kennt, dann halte ich grundsätzlich vieles für denkbar. In jedem Fall sind derlei Diskussionen eine Frechheit.

Wieso?

Reichelt: Sollte dies tatsächlich die Zukunft des Skirennsports sein, dann bräuchte das IOC künftig bei Vergaben von Winterspielen nicht einmal mehr einen hohen Berg. Zum anderen handelt es sich meiner Ansicht nach bei der Abfahrt um die alpine Königsdisziplin. Der Grundgedanke des Skirennsports war es nun einmal, so schnell wie möglich von oben nach unten zu kommen. Daran zu rütteln, ist grotesk.

Laut ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel sei das Interesse an TV-Übertragungsrechten für den Olympia-Slalom aber um bis zu fünfmal größer als für die Abfahrt?

Reichelt: Das mag schon sein. Dadurch, dass im Slalom viel mehr Nationen an der Spitze mitmischen, ist auch das jeweilige nationale Interesse größer. Aber nehmen wir nur die USA her. Ich bin überzeugt, dass der Olympiasieger in der Abfahrt wesentlich länger in Erinnerung bleibt als jener im Slalom.

Das Interview führte Max Ischia


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