Stichwort - Das Josefsgrab in Nablus

Jerusalem/Nablus (APA/dpa) - Das Josefsgrab in Nablus ist eine israelisch verwaltete Enklave mitten im Palästinensergebiet und wird von gläu...

Jerusalem/Nablus (APA/dpa) - Das Josefsgrab in Nablus ist eine israelisch verwaltete Enklave mitten im Palästinensergebiet und wird von gläubigen Juden verehrt. In der von palästinensischen Polizisten bewachten heiligen Stätte ruht der Überlieferung nach Josef, Sohn von Jakob und Rahel. Er ist die Hauptgestalt der biblischen Josefsgeschichte und einer der Stammväter der Zwölf Stämme Israels.

Die Lage des Grabs war schon in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten bekannt. Anfang des 5. Jahrhunderts errichteten die Byzantiner über dem Grab eine Kirche, die später verfiel. In einem kleinen Bau mit Kuppeldach findet sich der mit einem blauen Tuch bedeckte Sarkophag Josefs.

Juden dürfen den Ort im Westjordanland nicht ohne Genehmigung betreten. Da es immer wieder zu Zwischenfällen kommt, ist das Tor der Grabanlage meist verschlossen. Das Heiligtum war im Herbst 2000 Schauplatz blutiger Kämpfe zwischen israelischen Soldaten und bewaffneten Palästinensern.

Nach dem überraschenden Abzug der Israelis im Oktober zerstörten wütende Palästinenser das Gebäude über dem Grab und legten Feuer. Die Menge verwüstete die Inneneinrichtung der Anlage, in der sich auch eine jüdische Religionsschule befand.


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