Minister-Krieg in spanischer Regierungspartei

Madrid (APA/dpa) - Gut zwei Monate vor der Parlamentswahl in Spanien wird die regierende konservative Volkspartei (PP) von einer Schlammschl...

Madrid (APA/dpa) - Gut zwei Monate vor der Parlamentswahl in Spanien wird die regierende konservative Volkspartei (PP) von einer Schlammschlacht zweier Top-Minister erschüttert. Nach Kritik seines Kollegen im Finanzressort, Cristobal Montoro, schlug Außenminister Jose Manuel Garcia-Margallo am Freitag zurück.

In einem Interview der Zeitung „El Espanol“ warf Garcia-Margallo Montoro vor, unter „Agraphie“ - der Unfähigkeit, Buchstaben, zusammenhängende Wörter oder Texte zu schreiben - zu leiden. Die Zeitung „El Mundo“ sprach von einem „Ministerkrieg“.

Montoro hatte zuvor seinem Kabinettskollegen vorgehalten, in der Katalonien-Frage seine Ansichten seit 1994 nicht geändert zu haben. „Wer seine Ideen im Laufe der Zeit nicht revidiert, wird zum Gefangenen seiner eigenen intellektuellen Arroganz“, hatte die Zeitung „El Mundo“ den Minister am Mittwoch zitiert.

García-Margallo konterte nun: „Wenn du unter Agraphie leidest und nicht liest (...), ich habe jedes Jahr Bücher veröffentlicht“, sagte der Madrider Chefdiplomat in Richtung Montoro, um dann in Anspielung auf den spanischen Vorsitz im UN-Sicherheitsrat einen Vergleich anzufügen: „Ich bin zur Zeit Präsident der Welt“, Montoro habe in den vergangenen Jahren „nur Andorra und Brüssel“ besucht.

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