Film und TV

Zweiter Anlauf für „Tschick“

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Erst David Wnendt, nun Fatih Akin: Der Regiewechsel bei der Literaturverfilmung „Tschick“ hat für Schlagzeilen gesorgt.

Frankfurt am Main –„Tschick“, das Buch des 2013 aus dem Leben geschiedenen Schriftstellers Wolfgang Herrndorf, zählt in Deutschland zu den meistverkauften Büchern der Nachkriegszeit. Mehr als zwei Millionen Exemplare wurden verkauft, der Roman findet sich nach wie vor auf den Bestsellerlisten. Um die Filmrechte hatten sich zahlreiche Filmemacher bemüht. Produzent Marco Mehlitz (u. a. David Cronenbergs „Eine gefährliche Methode“) hat schließlich den Zuschlag erhalten. Dass er zuerst mit Regisseur David Wnendt gearbeitet hat, das Buch nun aber von Fatih Akin verfilmt wird, sorgte für Schlagzeilen und Spekulationen. Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse wurden am Samstag erstmals Bilder der Dreharbeiten gezeigt. Mehlitz dementierte in der eigens angesetzten Diskussionsrunde Berichte, wonach es künstlerische Differenzen zwischen ihm und Wnendt gegeben hätte. Der Regisseur, der bereits Bestsellerstoffe wie Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ oder Timur Vermes’ „Er ist wieder da“ erfolgreich auf die Leinwand brachte, habe aus Termingründen aus dem Projekt entlassen werden müssen. Sehr zum Bedauern von Mehlitz: „Das große Glück war, dass Fatih Akin Zeit hatte.“ Dass Wnendt Wunschkandidat von Herrendorf gewesen sei, sei zudem „schlicht falsch“, so der Produzent.

Lediglich Drehbuchautor Lars Hubrich, der mit Herrndorf befreundet war, sei von diesem mit dem Projekt beauftragt worden. Als „große Ehre, Verantwortung und Chance“ bezeichnete Hubrich diese Aufgabe. Es gebe sehr viele unterschiedliche Lesarten des Erfolgsromans. Die große Herausforderung bestehe darin, für die Leinwand eine neue Lesart zu finden. Herrndorf habe ihm dabei freie Hand gelassen. Zusammen mit Fatih Akin und Hark Bohm hat Hubrich das Drehbuch komplett neu geschrieben. Eine erste Version hatte er bereits mit David Wnendt verfasst. „Tschick“ ist ein abenteuerlicher Road-Trip zweier 14-Jähriger, die einen unterschiedlichen sozialen Hintergrund haben. Der Kinostart ist für den 15. September 2016 geplant. (TT)