Festakt zu 50 Jahren Bischofssynode: Schönborn Hauptredner

Vatikanstadt (APA) - Kardinal Christoph Schönborn hat am Samstag den Hauptvortrag beim offiziellen Festakt zum 50-jährigen Jubiläum der Bisc...

Vatikanstadt (APA) - Kardinal Christoph Schönborn hat am Samstag den Hauptvortrag beim offiziellen Festakt zum 50-jährigen Jubiläum der Bischofssynode gehalten. An der Zeremonie in der vatikanischen Audienzhalle mit den Synodenvätern und zahlreichen anderen Gästen beteiligte sich auch der Papst.

Ausführlich ging der Wiener Erzbischof auf die Frage nach der richtigen Methode für die Bischofssynode ein. Dabei gehe es um ihre Funktion als eine Institution der bischöflichen Kollegialität. „Papst Franziskus ermutigt uns, die Auseinandersetzungen nicht zu fürchten, sie als die treibende Kraft zu leben, die die Unterscheidung der Geister reifen lässt“, sagte der Kardinal.

Mit Blick auf die seit dem 4. Oktober laufende Familiensynode gab der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz zwei Empfehlungen: Die Bischöfe als Mitglieder der Synode sollten sich nicht wie Repräsentanten ähnlich Abgeordneten im Parlament sehen, weil der „Glaube nicht repräsentiert, sondern nur bezeugt“ werden könne.

„Reden wir weniger abstrakt und distanziert. Bezeugen wir einander, was der Herr uns zeigt und wie wir sein Wirken erfahren.“ Einigkeit brauche es beim Ziel des intensiven Ringens innerhalb der Synode. „Auch dort, wo abgestimmt wird, geht es nicht um Machtkämpfe“, sondern um einen gemeinschaftlichen Prozess zur Bildung eines Urteils, sagte Schönborn.

Erinnert wird in der Jubiläumsveranstaltung an die Einrichtung der Bischofssynode durch Papst Paul VI. am 15. September 1965. In den vergangenen Jahrzehnten gaben Bischofssynoden wichtige Impulse für die Weltkirche, etwa die Anregung zum Katechismus der Katholischen Kirche. Die Bischofssynode ist eine Einrichtung der Kirchenverfassung, die die Weltkirche repräsentieren und die Kollegialität von Papst und Bischöfen unterstreichen soll. Sie hat keine Entscheidungsbefugnis, sondern nur eine beratende Funktion. Einberufen wird sie vom Papst. Dieser nimmt in der Regel auch persönlich an den Sitzungen teil. Die von Franziskus einberufene Familiensynode läuft bis zum 25. Oktober.


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