Qualvolle Enge auf Frankfurter Buchmesse - Promis im Blickpunkt

Frankfurt (APA/dpa) - Zehntausende Lesebegeisterte haben am Samstag die Frankfurter Buchmesse gestürmt. Besonders groß war der Andrang bei P...

Frankfurt (APA/dpa) - Zehntausende Lesebegeisterte haben am Samstag die Frankfurter Buchmesse gestürmt. Besonders groß war der Andrang bei Prominenten von Mario Adorf über Daniela Katzenberger bis zu Rafik Schami und Volker Kauder, die auf den Bühnen über ihren neuen Bücher oder ihre eigenen Lesegewohnheiten berichteten. Auch fantasievoll und schräg verkleidete Manga-Fans und Cosplayer mischten sich unters Publikum.

Buchmessen-Stammgast Katzenberger (29) promotete am ersten Publikumstag mit ihrem Freund Lucas Cordalis im Schlepptau ihr neues Buch „Eine Tussi wird Mama“. Es gab ein inniges, fotogenes Bussi, und die TV-Blondine verriet ihr Abnehmgeheimnis acht Wochen nach der Geburt von Töchterchen Sophia: „Ich habe nur abgepumpt. Ich bin die typische Ich-fress-weiter-und-pumpe-ab-Abnehmerin.“ 22 Kilo nahm sie demnach in der Schwangerschaft zu.

Mike Krüger (63) stellte sein neues Buch „Mein Gott Walther“ vor, in dem es sehr klamaukig zugeht. So probierte er mit Karl Dall und Jürgen von der Lippe in einem Fünf-Sterne-Hotelzimmer in Baden-Baden Anfang der 1980er als „wissenschaftliches Experiment“ aus, wie teuer der komplette Inhalt einer Minibar ist. Das Trio fand es heraus: 689,50 Mark.

Viel ernster ging es beim aus Syrien stammenden Schriftsteller Rafik Schami (69) zu, der in der Flüchtlingskrise die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung lobte und zugleich die Konzeptlosigkeit der Bundesregierung kritisierte. „Diese großartige Bevölkerung hat andere Politiker verdient. Politiker, die nicht leichtsinnig die Grenzen aufmachen, ohne sich vorbereitet zu haben.“ Schami spöttelte in Richtung Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): „Diese großartige Geste von Mutter Teresa, die Grenze aufzumachen.“ Das Wort Grenze sei auf einmal ein Schimpfwort. „Aber wir brauchen Grenzen.“ Die europäische Flüchtlingspolitik sei ein einziges Chaos.

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CDU-Politiker Volker Kauder (66) schwärmte auf der Messe von der „unglaublichen Sprache“ der Afrikanerin NoViolet Bulawayo, die mit ihrem Roman „Wir brauchen neue Namen“ einen Welterfolg erzielte. Es geht darin um Kinderbanden und eine Flucht von Simbabwe in die USA. Das Buch passe in die Zeit, sagte Kauder. Es zeige auch, wie groß der Verlust an Identität und Kultur für Menschen sei, die ihre Heimat verlassen müssten.

Für den britischen Kunsthistoriker und Buchautor Neil MacGregor (69) zeigt sich am Beispiel von Siegesdenkmälern eindrucksvoll, wie unterschiedlich Deutsche und Briten mit ihrer Geschichte umgehen. Während der Triumphbogen in London die britischen Heldentaten feiere, sei das vom Krieg versehrte Siegestor in München zugleich auch Mahnmal für den Frieden. „In Deutschland blickt die Geschichte immer nach vorne“, sagte MacGregor. Statt Verklärung wolle man Lehren ziehen.

(S E R V I C E - Die Buchmesse im Internet: http://dpaq.de/PesLM)


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