Flüchtlinge - Bereits 6.000 im „Jungle“ von Calais

Calais (APA/AFP) - Die Zahl der Flüchtlinge, die in einer improvisierten Zeltstadt am Rand der französischen Hafenstadt Calais festsitzen, h...

Calais (APA/AFP) - Die Zahl der Flüchtlinge, die in einer improvisierten Zeltstadt am Rand der französischen Hafenstadt Calais festsitzen, hat sich in den vergangenen drei Wochen verdoppelt. Die Zahl der Menschen in dem als „Neuer Jungle“ bekannten Flüchtlingslager sei von 3.000 auf 5.500 bis 6.000 gestiegen, erklärte die Präfektin des Departements Pas-de-Calais, Fabienne Buccio, am Sonntag.

Calais ist einer der Brennpunkte in der Flüchtlingskrise in Europa. In der Stadt sitzen tausende Flüchtlinge fest, die hoffen, auf Fähren über den Ärmelkanal oder auf Zügen durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. Weil dies wegen der verstärkten Sicherheitsmaßnahmen noch schwieriger geworden ist, strandeten zuletzt immer mehr Flüchtlinge im „Neuen Jungle“, wie Buccio berichtete. „Einige sind schon seit acht Monaten da“, fügte sie hinzu.

Hilfsorganisationen und Menschenrechtsaktivisten kritisieren die Zustände in dem Lager, in dem die Flüchtlinge in selbst gebauten Zelten schlafen, schon seit langem. Während früher die meisten Flüchtlinge aus Afrika kamen, leben inzwischen auch viele Iraker, Iraner und Syrer im „Neuen Jungle“, wie die Präfektin erklärte. Darunter seien auch Familien mit Kindern.

Hilfsorganisationen warnen nun davor, dass sich die Lage im bevorstehenden Winter noch einmal dramatisch verschlechtern könnte. Schon jetzt sei die Situation „sehr schwierig“, sagt der Helfer Francois Guennoc, der für die Hilfsorganisation „L‘Auberge des Migrants“ im Einsatz ist. Im Lager sei es kalt, windig und nass. „Wir stehen am Rande des Zusammenbruchs“, sagt der Frankreich-Chef der Hilfsorganisation „Ärzte der Welt“, Jean-Francois Corty. Auch ein neues staatliches Lager aus Containern und Zelten mit Platz für bis zu 1.500 Menschen, das direkt nebenan entsteht, wird von den Helfern als völlig unzureichend kritisiert.

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Erst am Freitag war am Eurotunnel erneut ein Flüchtling ums Leben gekommen, der von einem Zug erfasst wurde. Es war bereits der 16. tödliche Unfall eines Flüchtlings in der Region seit Ende Juni.


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