Rekordergebnis für Schweizer VP: Elf Sitze dazugewonnen

Die Schweizer Volkspartei erreichte mit der Wahl am Sonntag einen historischen Höchststand von 65 Sitzen. Ziwschen dem National- und Ständerat entstand aber ein tiefer Graben, der noch größer werden könnte.

SVP-Parteichef Toni Brunner kann mit dem Ergebnis mehr als zufrieden sein.
© AFP

Zürich – Großer Erfolg für die rechtsnationale Schweizerische Volkspartei (SVP): Bei den Schweizer Wahlen am Sonntag konnte sie laut Endergebnis mit 29,4 Prozent ihr bisher bestes Resultat verbuchen. Zulegen konnte auch die liberale FDP, während Sozialdemokraten (SP) und Grüne Einbußen verzeichnen mussten.

Die Volkspartei gewann 11 Mandate dazu und stellt nun 65 Nationalräte. Zweite wurden die Sozialdemokraten mit 18,8 Prozent, die jedoch drei Abgeordnete verloren und nun 43 Mandate stellen. Freuen konnte sich die liberale FDP (Freisinnige), die nach einer längerer Talfahrt erstmals wieder zulegen konnte. Sie bekam 16,4 Prozent und konnte ihre Fraktion mit drei Sitzen auf 33 vergrößern. Größte Verlierer der Wahl sind die Grünen (GPS) und die zentristischen Grünliberalen (GLP) die vier bzw. fünf Mandate verloren und nun 11 bzw. sieben Nationalräte stellen.

SVP kämpft um zweiten Ministerposten

SVP-Präsident Toni Brunner forderte noch in der Wahlnacht einen zweiten Sitz im Bundesrat (Regierung) ein. Dessen sieben Sitze teilen sich seit 1959 die vier größten Parteien des Landes. Doch obwohl die SVP bereits seit 1999 die meisten Sitze im Nationalrat innehat, erhielt sie bisher zumeist nur einen Ministerposten. Derzeit vertritt Verteidigungsminister Ueli Maurer die SVP im Bundesrat.

Im Mittelpunkt des Wahlkampfs stand die Flüchtlingsfrage, obwohl die Schweiz von den derzeitigen Flüchtlingsströmen quer durch Europa bisher weitgehend verschont geblieben ist. Die SVP hatte bereits in früheren Jahren mit ausländer- und einwanderungsfeindlichen sowie EU-kritischen Tönen immer wieder für Kontroversen gesorgt.

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Ehemaliger „Welt“-Chefredakteur mti Rekord

Einen besonderen historischen Erfolg konnte ein prominenter SVP-Kandidat für sich verbuchen: Roger Köppel, der streitbare Chefredakteur und Verleger der „Weltwoche“ und ehemaliger Chefredakteur der „Welt“ in Deutschland, erhielt aus dem Stand mit 178.090 Stimmen mehr Zuspruch als jemals ein Nationalratskandidat vor ihm. Hingegen wurde der einst populäre, wegen seines scharfen Tons aber auch umstrittene ehemalige SVP-Vordenker Christoph Mörgeli nicht mehr wiedergewählt.

Durch das Ergebnis haben die rechtsgerichteten Parteien SVP, FDP sowie zwei regionale Kleingruppierungen eine knappe Mehrheit von 101 Stimmen im Nationalrat. Unklar ist allerdings noch, ob es in Zukunft eine intensivere Zusammenarbeit dieser Parteien geben wird. Vor allem in der Gesellschaft- und der Europapolitik gibt es deutliche Differenzen zwischen SVP und FDP.

Zweiter Wahlgang im Ständerat nötig

In der Kantonalvertretung Ständerat wurden am Sonntag noch nicht alle Sitze vergeben. Hier ist im November ein zweiter Wahlgang nötig. Ein Rechtsruck zeichnete sich am Sonntag in der zweiten Kammer, wo 20 Kantone zwei Sitze und die sechs ehemaligen Halbkantone je einen Sitz haben, deutlich weniger ab als im Nationalrat.


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