Vorwurf, ein „Preistreiber“ zu sein

Kritik gab es am Kaufpreis für das Landecker Billa-Areal. Der Bürgermeister verteidigte die Investition.

Von Matthias Reichle

Landeck –Zu teuer gekauft oder gut investiertes Geld? Am so genannten Billa-Areal im Landecker Stadtteil Bruggen scheiden sich die Geister. Die Projekt- und Strukturentwicklungsgenossenschaft (PSG), an der die Stadtgemeinde Land­eck und die Gemeinde Zams mit je 35 Prozent und die Raiffeisenbank Oberland mit 30 Prozent beteiligt sind, hat die strategische Fläche gekauft.

Die Gesamtkosten für das rund 5427 Quadratmeter große Grundstück belaufen sich auf 1,777.610,32 Euro – zu teuer, wie SP-Vizebürgermeister Manfred Jenewein bei der Gemeinderatssitzung anmerkte. „Ich bin dafür, dass sich die Gemeinde Reserven ankauft, es geht um den Preis“, kritisierte er die Summe von rund 327 Euro pro Quadratmeter.

Man werde in diesem Fall zum „Preistreiber“. „Die Gemeinde zahlt einen Betrag, den sonst offensichtlich niemand zahlt“, kritisierte er die Entscheidung. „Dann dürfen wir uns nicht beschweren, wenn alles so teuer ist.“

Durch einen Weiterverkauf des Grundes würde sich der Preis aufgrund der Nebenkosten weiter erhöhen und über 350 Euro steigen.

„Wir sind keine Preistreiber, jeder Quadratmeter, den wir gekauft haben, war in Ordnung“, wies VP-Bürgermeister Wolfgang Jörg die Kritik weit von sich. „Es ist eine Flächenvorsorge im Sinne des Standortes.“

„Das ist eine strategische Fläche, die gesichert gehört“, argumentierte auch VP-Stadtrat Thomas Hittler für den Kauf. Das sah auch SP-Gemeinderat Andreas Pfenniger so – nur hätte man vorher mit Land und Bund verhandeln sollen, wäre das Grundstück doch auch ein denkbarer Standort für das Bachelorstudium, betonte er. Sechs von acht SP-Mandataren sowie der Grünen-Gemeinderat Ahmet Demir stimmten gegen die Gewährung des Gesellschafterdarlehens für die Grundstücksfinanzierung. 25 Prozent werden als Eigenkapital in die PSG eingebracht. Die Abstimmung ging 12:7 aus.

Beim 1344 m2 großen Land­ecker Huber-Areal, das für 370.741,04 Euro von der PSG angekauft wurde, gab es keine Kritik. Die Abstimmung verlief einstimmig.


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