Weltcup-Slaloms in Levi abgesagt, derzeit kein Ersatz in Sicht
Zu wenig Schnee und ungünstige Wetterprognosen machen die Durchführung der beiden Slaloms im finnischen Levi unmöglich.
Levi – Wie schon 2007 und zuletzt 2011 mussten auch diesmal die Levi-Slaloms wegen Schneemangels abgesagt werden. Selbst in Lappland liegt derzeit wenig Schnee bzw. ist es zu warm. Knapp eine Woche vor den geplanten ersten Saisonslaloms (14./15. November) waren zwar einige Schneehaufen auf der Piste verteilt worden. Zu wenig, um grünes Licht zu geben. Ersatz ist nicht in Sicht.
„Der Wind hat auf Süd gedreht, die Vorhersagen war plötzlich anders. Aus Minus drei Grad auf dem Papier sind plus drei Grad auf dem Hang geworden“, erklärte Herren-Renndirektor Markus Waldner in Levi. Auch Atle Skaardal, Chef-Renndirektor bei den Damen, war enttäuscht. „Es wäre für die Athleten, die Fans und das Resort nicht fair gewesen, bei diesem wenigen Schnee Rennen bei nicht idealen Bedingungen durchzuführen.“
Derzeit ist es sehr unwahrscheinlich, dass die beiden Levi-Slaloms nachgeholt werden. Grund ist vor allem der dichte Weltcup-Kalender. „Die Slaloms sind zwar nicht definitiv abgesagt, aber die Tendenz ist eher nicht, denn die Kalender sind zu voll“, verwies Waldner auf das aktuelle Programm. Damit würde Ski-Pause bis zu den Nordamerika-Rennen Ende November bzw. Anfang Dezember in Lake Louise, Aspen und Beaver Creek herrschen.
Elf Slaloms bei den Herren ohnehin zu viel
Waldner hat damit kein großes Problem. „Es hat keinen Sinn, diese Slaloms irgendwo rein zu murksen. Bei den Herren war man mit elf Slaloms ohnehin etwas überladen. Wir können mit zehn Rennen sehr gut leben und Hannes Reichelt wird auch zufrieden sein“, scherzte der Südtiroler. Der österreichische Speed-Fahrer hatte als Athletenvertreter den seiner Meinung zu techniklastigen Weltcup-Kalender zuletzt scharf kritisiert.
Auch woanders droht nach wie vor eine Absage. Für die als Generalprobe für Olympia 2018 gedachten Herrenrennen am 6. und 7. Februar 2016 in Südkorea wurde mit 15. November aber eine neue Deadline erstellt. Nach Sölden hat die FIS den Olympia-Schauplatz Jeongseon erneut besichtigt und zumindest teilweise Positives erfahren. Die Beschneiungsanlage soll ebenso rechtzeitig fertig werden wie die Sicherheitszäune. Knackpunkt ist und bleibt die Seilbahn.
Hier untersuchen Doppelmayr-Ingenieure gerade die Situation und messen etwa den Zustand der vorhanden Beton-Fundamente. Ausgemacht ist, dass der Seilbahnhersteller bis 15. November Bescheid gibt, ob es eine funktionierende Liftanlage bis Jahresende geben kann. Bei einer Absage wäre Europa Ersatzschauplatz. Im Gespräch ist auch Österreichs nächster WM-Kandidat Saalbach. (APA)