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Europäische Hotelier-Vereinigung fordert Fair-Play

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HOTREC legt Strategiepapier vor, das Online-Plattformen für private Zimmervermittung an die Kandare legen soll.

Wien – Online-Plattformen, die Zimmer oder Ferienwohnungen von Privatanbietern vermitteln haben sich inzwischen als starke Konkurrenz für die Hotellerie etabliert. Für die Vertreter der europäischen und naturgemäß auch heimischen gewerblichen Anbieter agieren diese Angebote im rechtsfreien Raum. Ein aktuelles Strategiepapier mit einem 10-Punkte-Plan des europäischen Dachverbandes der Hotels, Restaurants und Cafes in Europa (HOTREC) soll dem nun Abhilfe schaffen.

Die Vertreter der europäischen Hotellerie sind sich einig, dass das derzeitige Rechtsvakuum in Europa im Bereich der bloßen Raumvermietung über diverse Plattformen – wie beispielsweise Air B’n’B, Wimdu und 9flats.com – einerseits enorme Risiken beim Verbraucherschutz und bei der Gästesicherheit berge und andererseits zu unlauterem Wettbewerb und wirtschaftlichen Grauzonen führe. Verabschiedet wurde das neue Strategiepaier von der 71. Generalversammlung von HOTREC Ende vergangener Woche in Den Haag.

Siegfried Egger, Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich und seine Stellvertreterin Andrea Steinleitner, zeigten sich über den Schritt erfreut: „Dieses Strategiepapier lenkt den Fokus auf relevante Schlüsselfragen, die von der öffentlichen Hand und der Gesellschaft auch in Österreich beantwortet werden müssen.“ Zu den offenen Punkten zählten die Notwendigkeit der Registrierung und der statistischen Messung der wirtschaftlichen Aktivitäten, die Einhaltung von Sicherheitsstandards und die Gefahrenabwehr sowie steuerliche Verpflichtungen, Schutz der Arbeitnehmerrechte und die Wahrung der Lebensqualität in den Stadtteilen. „Dieses Papier untermauert unsere Forderung, ein gesundes Fair-Play für alle Marktteilnehmer zu erreichen“, so Egger und Steinleitner. Denn für einen großen Teil der Akteure sei das bereits ein profitables Geschäftsmodell – aktuell allerdings ohne jegliche Spielregeln

HOTREC-Präsidentin Susanne Kraus-Winkler meint dazu: „Die HOTREC hat mit dem aktuellen Strategiepapier einen genauen Plan vorgelegt. Nun liegt es an den Behörden und Regierungen, Sharing Economy effektiv in unser Wirtschaftssystem zu integrieren und Verbraucherschutz sowie Steuereinnahmen sicherzustellen.“

So wie dies auch das Gastgewerbe tue, das europaweit 10 Millionen Menschen beschäftige und zusammen mit den anderen touristischen Bereichen die drittstärkste Wirtschaftskraft in Europa darstelle, meint Kraus Winkler abschließend.

Auch die Welttourismusorganisation (UNWTO) begrüßt das Strategiepapier von HOTREC als einen wichtigen Beitrag zu den Diskussionen um die Sharing Economy in der Tourismusbranche. (TT.com)

HOTREC-Forderungskatalog

Gesetzliche Regelung der Kurzzeit-Zimmervermietung als Tourismus-Angebot

Erarbeitung eines Regelwerks für Registrierung und Genehmigungen

Aufnahme der Kurzzeit-Zimmervermietung in tourismusrelevante Statistiken

Entwicklung und Kontrolle von Regeln für Sicherheit und die Gefahrenabwehr

Einhaltung von steuerlichen Vorgaben und Gesetzen

Überprüfung der Kunden von Kurzzeit-Zimmervermietern nach Schengen-Anforderungen

Schutz der Arbeitnehmer in diesem Bereich

Regeln und Schutz für die Nachbarschaft von Kurzzeit-Zimmervermietung

Erarbeitung und Sicherstellung einer klaren Unterscheidung von Wohneigentum und wirtschaftlich genutztem Eigentum.

Kontrolle der weiteren Entwicklung und Verbreitung der Kurzzeit-Zimmervermietung

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