Mitarbeiter im Tourismus werden weich gebettet

Franz Dengg bringt in fünf Personalhäusern 140 Beschäftigte unter. Jenes bei der Zugspitzbahn wird um 21 Garçonnièren erweitert.

© Helmut Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

Ehrwald –Am Fuß der Zugspitze wird dieser Tage fleißig gearbeitet. Die herbstliche Sonne wärmt die Arbeiter, die Stimmung ist geradezu fröhlich. Die riesigen Gondeln der gleichnamigen Bahn sind ausgehängt und bekommen einen neuen Anstrich. Die Instandhaltungsarbeiten gehen zügig voran, der Winter kann kommen. Direkt neben der Talstation wird das Personalhaus aufgestockt, weitere 21 Garçonnièren entstehen. Denn beim Humankapital will Unternehmer Franz Dengg nicht sparen. Schon fünf Personalhäuser beherbergen an die 140 Mitarbeiter. Für zwei Drittel seiner Beschäftigten stellt er die Unterkunft.

Ein gutes Klima mit seinen Mitarbeitern ist Dengg wichtig. „Wir nehmen uns Zeit für jeden einzelnen“, erläutert er den Stellenwert. Die Suche nach neuen gestalte sich nämlich zunehmend schwierig. Und Personal braucht der vielseitige Unternehmer, der Liftanlagen, Hotels, Restaurants, Campingplatz oder Busunternehmen betreibt, genug. In der Hochsaison beschäftigt Familie Dengg im Raum Ehrwald/Lermoos 210 Personen. „Sie kommen von überall. Tschechien, Ungarn, Slowakei“, merkt Franz Dengg junior an. Auch ehemalige Flüchtlinge sind darunter. Alle Chancen ergriffen hat zum Beispiel ein Iraner, der vielsprachig den Aufstieg vom Tellerwäscher zum Chef de Rang im Hotel Post geschafft hat und Hausgästen aus Japan schon mal die Welt erklärt.

Die winterliche Parkplatznot rund um die Talstation der Ehrwalder Almbahn – Autos stehen oftmals trotz großer Parkflächen bis in den Ort hinunter – hat für Franz Dengg auch eine positive Seite. Zeigt sie doch, dass das Skigebiet außerordentlich gut angenommen wird und sich die großen Investitionen der vergangenen Jahre in der Frequenz niederschlagen. Aber natürlich ist er an einer Lösung interessiert. Zur Entlastung schwebt ihm – im wahrsten Sinn des Wortes – die so genannte Dorfbahn vor. Eine Verbindung vom Skigebiet am Sonnenhang zur Talstation Ganghofer Blitz auf der Ehrwalder Alm. Das ist diesen Winter aber noch Zukunftsmusik. Nach den großen Investitionen der letzten Jahre lässt es Dengg heuer ruhiger angehen und steckt „nur“ zwei Millionen in Personalhaus und Bus. Regionale Wertschöpfung garantiert.

Als Preistreiber bei Liftanlagen ortet der Seilbahner Beschneiungsanlagen. Die gewaltige technische Entwicklung garantiere inzwischen Schneesicherheit. Mit Naturschnee könnten Skigebiete moderner Prägung gar nicht mehr betrieben werden. Die Kosten seien aber enorm. „Was der Skifahrer nicht sehen kann, ist, dass praktisch der ganze Berg verkabelt und verrohrt werden muss“, gibt Dengg zu bedenken.

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