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Lufthansa klagt gegen Streik der Flugbegleiter

Joachim Pfeiffer, wirtschaftpolitischer Sprecher der CDU, will "unverhältnismäßigen" Arbeitskampfmaßnahmen" einen Riegel vorzuschieben.
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Ausstand der Flugbegleiter soll vom Arbeitsgericht verboten werden. CDU-Sprecher für gesetzliche Schritte gegen „derlei“ Arbeitskämpfe.

Frankfurt – Die deutsche AUA-Mutter Lufthansa will den laufenden Streik der Flugbegleiter von Gerichten verbieten lassen. Das Unternehmen habe bei den Arbeitsgerichten Düsseldorf und Darmstadt einstweilige Verfügungen gegen den laufenden Ausstand der deutschen Flugbegleitergewerkschaft Ufo beantragt, sagte ein Lufthansa- Sprecher am Dienstag zu Reuters.

Ufo streikt seit Freitagnachmittag und will den Ausstand bis Ende der Woche fortführen. Es ist der längste Streik in der Lufthansa-Geschichte. Der Clinch zwischen Gewerkschaft und Unternehmen um die Altersversorgung für die 19.000 Stewards und Stewardessen zieht sich bereits seit zwei Jahren hin.

Deutsche Wirtschaft kritisiert Streik

Die deutsche Wirtschaft hat den Streik der Lufthansa-Flugbegleiter scharf kritisiert. Gerade mit Blick auf eine „sich abschwächende Auslandsnachfrage braucht die deutsche Konjunktur eher Schub als Gegenwind durch Streiks“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, der „Passauer Neuen Presse“ vom Dienstag.

„Je länger ein Streik dauert, desto größer die Produktionsstörungen.“ Wenn sich Luftverkehrsstreiks über Tage hinzögen, könne der Schaden auf 25 Millionen Euro pro Tag hinauslaufen, sagte Wansleben weiter. Per Luftfracht würden besonders hochwertige und wichtige Teile transportiert.

Gewerkschaften dürfen nicht ganze Branchen in Geiselhaft nehmen

Joachim Pfeiffer, wirtschaftpolitischer Sprecher der CDU
© CDU

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer (CDU), sagte unterdessen der Rheinischen Post vom Dienstag: „Wir fordern unverhältnismäßigen Arbeitskampfmaßnahmen einen Riegel vorzuschieben, damit weiterer Schaden vom Wirtschaftsstandort Deutschland abgewendet wird und das Chaos für die Passagiere endlich ein Ende hat.“ Für „zentrale Bereiche der Daseinsvorsorge“, etwa im Luft- und Bahnverkehr, müssten klare Vorschriften geschaffen werden, sagte Pfeiffer. Spartengewerkschaften dürften „nicht weiter ganze Branchen und deren Kunden in Geiselhaft nehmen können“. Das Kabinenpersonal der Lufthansa setzt seinen Streik am Dienstag fort. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO rief ihre Mitglieder zu Arbeitsniederlegungen vom frühen Morgen bis zum späten Abend an den drei Flughäfen Frankfurt am Main, München und Düsseldorf auf. (APA, TT.com)

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