Gerichtssplitter

Bürglkopf-Knallerei: Strengere Strafen für drei der Burschen

Die nächtlichen Knaller vor dem auf 1200 Meter gelegenen Flüchtlingsheim Bürglkopf letzten Oktober hallen bis heute nach. Nicht nur in den K...

Die nächtlichen Knaller vor dem auf 1200 Meter gelegenen Flüchtlingsheim Bürglkopf letzten Oktober hallen bis heute nach. Nicht nur in den Köpfen der meist ohnehin traumatisierten Flüchtlinge. Erst vorgestern wurde am Landesgericht der Prozess wegen gefährlicher Drohung über einen des Quartetts diversionell mit 60 Stunden Sozialarbeit erledigt. Der 20-Jährige war unbescholten. Gestern mussten sich am Oberlandesgericht (OLG) wiederum dessen drei Mittäter einfinden, nachdem die Staatsanwaltschaft gegen recht milde Geldstrafen (480, 320 und 240 Euro) im Ersturteil berufen hatte. Da bereits neue Verurteilungen wegen Einbruchs vorlagen, forderte Oberstaatsanwalt Boris Kuznik zumindest strengere Zusatzstrafen. Diese legte das OLG darauf mit unbedingten 720 und zweimal 480 Euro fest. Mildernd waren die Geständnisse und teilweise Unbescholtenheit zum Zeitpunkt des Bürglkopf-Rauchbomben-überfalls. Erschwerend sah das OLG jedoch, dass die Knallerei aus verwerflichen Gründen, nämlich aus Rachsucht erfolgt war – Auslöser des österreichweit wahrgenommenen nächtlichen Treibens war ein behaupteter Handydiebstahl durch einen Asylwerber.

Eine mehrfach verhängnisvolle Beziehung zwischen Arbeitskollegen einer Supermarktkette endete hingegen für einen 29-Jährigen gestern am Landesgericht in einem Vergewaltigungsprozess. Verteidiger Vedat Gökdemir zweifelte den Vorwurf gleich zu Prozessbeginn massiv an. Schließlich habe die Frau den verheirateten Kollegen trotz eifersüchtigen Lebenspartners zu sich gebeten und bei einem vehement geführten Liebesakt keinerlei Gegenwehr geleistet. Gerade ein Kratzer habe sich an seinem Mandanten gefunden. Schon zuvor habe die Frau den Kollegen in SMS als „Schatz“ bezeichnet. Und sich nichts gedacht, als dieser antwortete, dass er sich „wohl verknallt“ hätte. Die Frau in ihrer Einvernahme: „Nein, er war doch nur ein Arbeitskollege!“ Schon allein aufgrund widersprüchlicher Aussagen erging nicht rechtskräftig ein Freispruch.

Ewige Streitereien brachten ein Pärchen vor Strafrichter Thomas Dampf. Zweimal wurden gegenseitige Gewaltausbrüche schon per Diversion erledigt. Diesmal hatte der Mann die Mutter seines Kindes jedoch mehrfach ins Gesicht geschlagen und sie ihm fast den Finger abgebissen. Die Strafe fiel mit je 90 Tagessätzen (45 Tage Haft) für beide gleich aus. Anhand der Einkommenssätze muss der nun vorbestrafte Oberländer zur Hälfte bedingte 1080 Euro berappen, die Frau zur Hälfte bedingte 360 Euro. Gemeinsam erbaten sie Bedenkzeit.

Nach 66 Jahren Unbescholtenheit wurde gestern ein Pensionist wegen Körperverletzung nicht rechtskräftig zu zur Hälfte bedingten 600 Euro Geldstrafe verurteilt. Nach einem heftigen Streit wegen Abfotografierens mit dem Handy hatte sich ihm ein anderer Autofahrer in einer Gasse in den Weg gestellt und war darauf von dem erregten Rentner niedergefahren worden. (fell)

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