Zillertal

Chalet-Hotelbau und 42 Wohnungen abgesegnet

So soll das Hoteldorf im 10.000 m² großen Eck zwischen Feldweg und der zur B169 führenden Gemeindestraße in Uderns aussehen.
© Dähling

Beim Uderner Golfplatz will Heinz Schultz groß bauen – auf Freiland, das der Gemeinderat jetzt in Bauland für ihn umgewidmet hat.

Von Angela Dähling

Uderns –Als vor acht Jahren das örtliche Raumordnungskonzept in Uderns zur Errichtung des Golfplatzes geändert wurde, orakelten Kritiker über Hotels und Wohnungen, die Heinz Schultz im Umfeld seines Golfprojektes bauen würde. Dennoch wurden unter Protest der VP-Opposition insgesamt drei Hektar Bauland beim Golfplatz im Raumordnungskonzept verankert. Jetzt treffen die Prognosen von damals ein.

Heinz Schultz will im Umfeld des Golfplatzes ein weiteres Hotel bauen sowie 42 Wohnungen in fünf Baukörpern. Allerdings nicht auf Bauland: Die 10.000 m² Grund für das Hotel und die 5500 m² für die Wohnanlage sind laut Raumordnungskonzept Freiland und zum Teil landwirtschaftliche Freihaltefläche. Doch das wird sich ändern, so wie sich inzwischen auch die Oppositionspolitik in Uderns geändert hat. Einstimmig steht der Gemeinderat nun hinter den Bauplänen und hat diese Woche die nötigen Änderungen im Raumordnungskonzept und Flächenwidmungsplan beschlossen.

Beide Projekte würden den Entwicklungszielen der örtlichen Raumordnung entsprechen. So sieht es der örtliche Raumplaner. Er hat einst als Privatgutachter für Schultz die Umweltverträglichkeitserklärung für das Golfplatzprojekt erstellt.

Auf dem Feld rechts sind 42 Wohnungen in fünf Baukörpern geplant. Im Hintergrund ist das Golfclubhaus/Hotel Sportresidenz Zillertal zu sehen.
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Die Vertragsraumordnung der Gemeinde regelt bei der Widmung lediglich, dass ein Drittel der 42 Wohnungen an Einheimische verkauft werden muss, zwei Drittel können frei verkauft werden. „Die gehen anscheinend reißend weg“, meint BM Friedl Hanser dazu und verweist zudem auf positive Erfahrungen mit Schultz. Zuletzt wurde heuer im Uderner Zentrum eine Wohnanlage von ihm mit 24 Wohnungen fertig gestellt. „Und wir sind froh, wenn wir so ein Hotel bekommen“, sagt der Gemeindechef. Uderns rangiere nämlich auf dem viertletzten Rang im Tal, was das Verhältnis Einwohner/Gästebetten anbelange.

Die Pläne für das Vier-Sterne-Superior-Hotel mit 136 Betten in 68 Schlafräumen sehen eine chaletartige Bauweise mit mehreren Häusern vor. „Es soll ein besonderes Haus mit einer eigenen Ausrichtung werden. Derzeit gibt es im Zillertal nichts Vergleichbares“, sagt Heinz Schultz. Er bezeichnet das Hotel als „Erweiterung des Golfhotels“, das ebenfalls von seinem Unternehmen betrieben werden soll.

Stolz erklärt BM Hanser, dass auch der Planungsverband eine positive Stellungnahme zu dem Hotelprojekt auf Grünland abgegeben hat. „Das ist als Ergänzung und Erweiterung des bestehenden Betriebes bzw. Golfangebotes zu sehen“, argumentiert der stellvertretende Planungsverbandsobmann, BM Robert Pramstrahler, mit Schultz’ Worten und verweist auf das rund 250 m entfernt liegende Golfhotel Sportresidenz Zillertal. Solche Hotels würden zu mehr Wertschöpfung beitragen, argumentiert er weiter. Bei jener Sitzung des Planungsverbands, bei der Schultz das Hotelprojekt vorgestellt hat, wurden auch seine Bebauungspläne für das Sägewerkareal in Schlitters besprochen. „Dort verzichtet er ja jetzt auf ein Hotel und das macht auch Sinn“, sagt Pramstrahler. Dem Planungsverband sei wichtig, dass auf der B169 der talauswärts fahrende Verkehr zum Golfplatz über Uderns-Mitte abgewickelt wird und nicht über den Linksabbieger in Uderns Süd. Da protestieren die Gemeinderäte jedoch: Denn das erhöhe das Verkehrsaufkommen im Ort wesentlich.

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