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Bank Austria - Betriebsrat will eigenständige Bank erhalten

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Der Betriebsrat will das Institut als eigenständige Bank erhalten. Bankchef Cernko dementiert, dass Kunden vermehrt Gelder abgezogen hätten.

Wien/Mailand – Auch wenn die Bank Austria von ihrer Mutter UniCredit massiv verkleinert und umgebaut wird, will der Betriebsrat erreichen, dass das Institut als eigenständige Bank erhalten bleibt. „Ich möchte alles tun, damit die Bank Austria eine Multi-Channel-Bank bleibt“, so Betriebsratsobmann Adolf Lehner am Mittwoch im Gespräch mit der APA.

Noch seien viele Fragen offen, der Vorstand müsse klarstellen „was er plant“, so Lehner zwei Stunden nach der Verkündung des Umstrukturierungsplans, wonach die Osteuropaholding nach Mailand verlagert und das Privatkundengeschäft verkauft oder stark umgebaut werden sollen.

Sicherung von Arbeitsplätzen

Dem Betriebsrat gehe es um die Absicherung von Arbeitsplätzen, die Vermeidung von Kündigungen und „gemeinsame Lösungen“ mit dem Vorstand. Wenn es gemeinsame Lösungen gebe, dann müsse man verhandeln. Wenn es hingegen einseitige Entscheidungen des Vorstands gebe, „dann muss man kämpfen“.

Ein konkretes Ziel ist der Erhalt des Kompetenzzentrums für die Steuerung des Osteuropageschäfts, wovon 500 bis 700 Stellen betroffen sind. Bilanziell sei klar, dass künftig das Geschäftsfeld nach Mailand geht, aber das Know-how und die Jobs könnten in Wien bleiben. Lehner hat „Signale“, dass diese Kompetenz bleibt, aber bleibt noch sehr vorsichtig.

Am 24. November gibt es eine Betriebsversammlung, bis dahin hofft Lehner Näheres über die Zukunft der Bank zu wissen. Auch wenn er einen Verkauf nicht ausschließen will, sagt er: „Ein Verkauf würde es noch verkomplizieren“.

Der Betriebsratsfonds hält Bank-Austria-Aktien und hat dadurch „bei gewissen Transaktionen Mitgestaltungsmöglichkeiten. Wir haben ein Instrument, das andere nicht haben“, so Lehner auf die Frage, ob der Betriebsrat einen Verkauf verhindern könnte. Aber als Aktionär habe man mit den Rechten auch eine Verantwortung. Es sei „nicht das Ziel, alles zu verhindern, selbst wenn man es könnte“.

Zwar trifft es die Bank Austria nicht direkt, dass nun weniger Bankenabgabe anfällt. Aber die hohen Abgaben in Österreich – nicht nur die Bankensteuer – werden als ein Grund für den Transfer der Osteuropaholding genannt. Das sei ärgerlich und schmälere die Leistung der Mitarbeiter.

Bankchef: „Keine Gelder abgezogen“

Als Mitte Oktober die ersten Spekulationen um das Schicksal der Bank Austria hochgingen – Abzug der Osteuropa-Bankenzentrale von Wien nach Mailand und möglicher Verkauf des heimischen Privatkundengeschäfts – zehrte das an den Nerven der tausenden Bank-Austria-Leuten in Österreich. Die Kunden wollten wissen, was mit ihrer Bank sein wird. Dass Gelder abgezogen würden, verneint der Bankchef.

„Weder ist seit Aufkommen der ersten Gerüchte Geld abgeflossen, noch gab es Kundenbewegungen außerhalb der üblichen Schwankungsbreite“, schrieb Bank Austria Generaldirektor Willibald Cernko am Mittwoch in einem Brief an die Mitarbeiter.

„Das haben wir nur Ihrem Einsatz und Engagement zu verdanken“, so Cernko an die Belegschaft, die sich - obwohl selber verunsichert - zahlreichen Gesprächen zur Causa stellen musste. Dafür gebühre „höchster Respekt“. Auch die kommenden Tage und Wochen würden in dieser Richtung „sehr herausfordernd“. Cernko beschied seinen Leuten in dem Schreiben, er verstehende die entstandene Verunsicherung und er bat nochmals um Geduld. (APA)

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