Registrierkassenpflicht

Kunden in der Pflicht: Kassenbeleg ab 2016 mitnehmen

Die Regierung erwartet sich 900 Mio. Euro durch die Einführung der Registrierkassenpflicht.
© Rottensteiner

Mit 1. Jänner 2016 gilt die so genannte Registrierkassenpflicht für Unternehmer ab einem Jahresumsatz von 15.000 Euro. Aber auch Kunden sind von den Neuerungen betroffen.

Innsbruck – Der schnelle Café beim Lieblingsitaliener, das Wurstsemmerl in der Mittagspause: Herr und Frau Österreicher müssen ab 1. Jänner 2016 für jeden Kauf verpflichtend einen Beleg entgegennehmen. „Ab dann besteht eine Entgegen- und Mitnahmepflicht“, erklärt Alfred Hacker, Leiter der Abteilung für Steuer- und Zollverwaltung im Finanzministerium gegenüber TT.com.

Hintergrund ist die so genannte Registrierkassenpflicht, die mit Jahresanfang eingeführt wird. Finanzminister Hans-Jörg Schelling hat diesbezüglich für Freitag einen Erlass angekündigt.

Die Registrierkassenpflicht gilt für Unternehmer ab einem Jahresumsatz von 15.000 Euro, wenn Barumsätze 7500 Euro im Jahr übersteigen. Neben Wirtschaftstreibenden sind auch Privatärzte, Physio- und Psychotherapeuten, Rechtsanwälte und Notare betroffen. Die Anschaffung der Kassen wird mit einer 200-Euro-Prämie im Rahmen der Steuererklärung gewährt.

„Keine italienischen Verhältnisse“

In Italien gilt das Mitführen des Kassenbelegs seit Jahrzehnten zur Pflicht. Kunden müssen darauf bestehen und sind sogar verpflichtet, den Beleg in einem Umkreis von 100 Metern des Geschäfts mit sich zu führen. Werden sie von der Finanzpolizei ohne Beleg erwischt, drohen Strafen. 2017 soll dieses System aber geändert werden – dann leiten Unternehmer ihre Einnahmenauskünfte elektronisch ans Finanzamt weiter.

„In Österreich wird es keine italienischen Verhältnisse geben“, versichert Hacker. Der Kunde muss den Beleg nur bis zum Ausgang mitnehmen und kann ihn dann dort theoretisch entsorgen. „Dann sind alle Pflichten erfüllt“. Sanktionen drohen keine.

Bis zu 5000 Euro Strafe drohen

Anders sieht das für die Händler aus. Sie müssen ihren Betrieb mit einem Kassensystem ausrüsten und haben dann eine elektronische Aufzeichnungspflicht ihrer Einnahmen. Ab 1. Jänner 2017 muss die Registrierkasse mit einer technischen Sicherheitseinrichtung versehen sein, erklärt Hacker. „Das heißt ja nicht, dass es eine klassische Kasse sein muss. Es kann auch ein Computer eingesetzt werden. Wichtig ist, dass das Gerät mit einer Sicherheitskarte kompatibel ist“, erklärt der Experte.

Sanktionen sind laut Finanzministerium im ersten Quartal noch keine zu erwarten, im zweiten Quartal muss der Unternehmer dann schon eine gute Erklärung parat haben, wenn er noch nicht auf das neue System umgestellt hat. Ab der zweiten Jahreshälfte drohen dann aber auch Strafen. „Wir werden dann natürlich auch kontrollieren“, kündigt Hacker an. Bis zu 5000 Euro drohen den Betrieben, sofern es sich um eine reine Finanzordnungswidrigkeit – sprich: keine Steuerhinterziehung – handelt. „Bei der Registrierkassenpflicht geht es ja vorrangig darum, einen fairen Wettbewerb herzustellen zwischen jenen, die Lücken im System ausnützen und jenen, die ordnungsgemäß ihre Abgaben abführen“, betont Hacker. (rena)

Für Sie im Bezirk Innsbruck unterwegs:

Michael Domanig

Michael Domanig

+4350403 2561

Verena Langegger

Verena Langegger

+4350403 2162

Renate Perktold

Renate Perktold

+4350403 3302

Verwandte Themen